FTTH in der Gropiusstadt:
Pilotprojekt ist gestartet

In der Berliner Gropiusstadt ist heute ein Projekt zur Versorgung der Mieter über Glasfaserleitungen, die bis in die Wohnungen reichen (FTTH) angelaufen. Wie die federführende Wohnungsbaugesellschaft Degewo mitteilte, können die ersten Haushalte versorgt werden.
Glasfaser, Licht, Fiber
Alex Blackie
In den kommenden Wochen soll der Ausbau über alle Haushalte in der Gropiusstadt abgeschlossen werden. Rund 4.000 Mieterparteien können dann Internet, Telefonie oder Fernsehen über die schnellen Leitungen beziehen - rechtzeitig zum diesjährigen 50-Jährigen Jubiläum der Siedlung. "Das Glasfasernetz ist ein wichtiger Baustein, mit dem wir die Gropiusstadt auch für die kommenden 50 Jahre fit machen", erklärt Degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka

Während eines rund achtwöchigen Testbetriebs können die ersten Nutzer ihren neuen Zugang zum Glasfasernetz im täglichen Betrieb prüfen und beurteilen. Am Ende der Testphase werden die Teilnehmer per Fragebogen zu ihren Erfahrungen interviewt. "Mit diesem Test wollen wir eventuelle Schwachstellen frühzeitig aufdecken und beseitigen", erklärte Stefan Mohr, zuständiger Projektleiter des Kölner Providers QSC, der für die technischen Arbeiten zuständig ist.

Das FTTH-Pilotprojekt in der Gropiusstadt, dem sich auch der Netzwerkausrüster Ericsson angeschlossen hat, soll insgesamt über vier Jahre andauern. Die beteiligten Unternehmen erhoffen sich hieraus wichtige Erkenntnisse über den Ausbau von Glasfaser auf der so genannten letzten Meile. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund vier Millionen Euro.

Der Vorteil für die Kunden liegt darin, dass die Wohnungsbaugesellschaft für den Netzausbau verantwortlich ist. Dadurch können sie wählen, welcher Provider letztlich Dienste für sie über die Leitung bereitstellen soll. So sind sie nicht wie in anderen Projekten an den Netzbetreiber gebunden, der die Infrastruktur zur Verfügung stellt.

Inzwischen hat sich außerdem der Energieversorger Vattenfall in das Projekt eingeklinkt. Dieser will hier Erkenntnisse für den Aufbau intelligenter Stromnetze gewinnen, in denen der jeweilige Verbrauch vor Ort gemessen und über das Internet stetig ausgewertet wird. So soll später in dezentralen Netzen dafür gesorgt werden können, dass immer an den richtigen Punkten ausreichend Energie bereitgestellt wird.
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