Mac OS: Apple prüfte Gratis-Version mit Werbung

Apple-Chef Steve Jobs überlegte laut einem jüngst erschienenen Buch angeblich, eine werbefinanzierte Version von Mac OS 9 anzubieten. Das Betriebssystem selbst sollte dem Vernehmen nach kostenlos vertrieben werden. Laut dem von Autor Ken Segall geschriebenen Buch "Insanely Simple" prüften Jobs und sein Team, ob der Vertrieb eines kostenlosen, werbefinanzierten Betriebssystems für Apple in Frage kommen würde, berichtet 'The Verge'. Unter anderem stand im Raum, Updates für Mac OS gegen Geld anzubieten.

"Microsoft macht es so... es ist wie Geld drucken", soll Jobs einst gesagt haben. Unter anderem sei geplant gewesen, den Nutzern beim Start einen einminütigen Werbespot vorzuspielen, der von Apple zu einem beliebigen Zeitpunkt über das Internet aktualisiert werden sollte. Darüber hinaus sollte an verschiedenen Stellen Werbung in die Oberfläche des Betriebssystems integriert werden, heißt es.

Die Werbung sollte dabei so platziert werden, dass sie für den Nutzer möglichst relevant gewesen wäre - zum Beispiel Werbung für einen Druckerhersteller neben in einer Warnmeldung wegen geringem Tintenfüllstand. Letztlich entschied man sich bei Apple, den Ansatz fallen zu lassen, obwohl das Ganze finanziell durchaus für realisierbar gehalten wurde.

Mit der werbefinanzierten Version von Mac OS wäre es Apple angeblich möglich gewesen, eine große Zahl neuer Nutzer für sein Betriebssystem zu gewinnen. Gerade Kunden, die ein Upgrade wegen der Kosten scheuten, wollte der Softwarehersteller laut dem Buch ansprechen, hätte man doch trotzdem wegen der Werbeverkäufe Geld verdienen können.

Mac OS 9 war die letzte Version des alten Betriebssystem von Apple für Macintosh-Computer, die nur PowerPC-Prozessoren unterstützte. Die Veröffentlichung erfolgte im Herbst 1999, zu einem Zeitpunkt, als das Internet für die meisten Anwender nur mit aus heutiger Sicht geringer Bandbreite zugänglich war. Apple und Jobs entschieden sich nach ihren Überlegungen gegen eine werbefinanzierte Version von Mac OS, da "zu viele negative" Gesichtspunkte aufgetreten waren.
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