Anteil von IPv6 am Internet-Traffic geht zurück

Internet & Webdienste Trotz zahlreicher Lippenbekenntnisse und Forderungen nach einem beschleunigten Umstieg auf die nächste Version des Internet-Protokolls, IPv6, ist in der Praxis bisher noch keine Veränderung zu erkennen. Der Anteil der Datenmenge, die über IPv6-Verbindungen übertragen wird, liegt weiterhin deutlich unter 1 Prozent. Nicht einmal mit dem allgemeinen Wachstum des Internet-Traffics kann der Bereich derzeit mithalten, so dass der Anteil sogar zurück geht. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Arbor Networks hervor.

"Trotz einer 15-jährigen Entwicklung des IPv6-Standards sowie Verlautbarungen und der Fürsprache von Firmen wurde erst ein kleiner Teil des Internets auf IPv6 umgestellt", erklärte Craig Labovitz, Leiter der Forschungsabteilung bei Arbor Networks. In absoluten Zahlen steige das Datenvolumen, das über das neue Internet-Protokoll übertragen wird, zwar an, aber eben deutlich langsamer als der gesamte Traffic.

Aktuell liegt der Anteil am gesamten Datenverkehr demnach bei 0,25 Prozent. Zu 61 Prozent wird IPv6-Traffic dabei von Filesharing-Netzen wie BitTorrent generiert. Im IPv4-Bereich liegt deren Anteil derzeit hingegen lediglich bei 8 Prozent. Über HTTP gehen hingegen 19 Prozent der IPv4-Daten und 4,6 Prozent des IPv6-Traffics.

Eine Vorreiter-Rolle bei der Umstellung könnten die großen Video-Plattformen einnehmen. Deren Inhalte verursachen inzwischen fast die Hälfte des IPv4-Traffics, während sie im IPv6-Bereich noch so gut wie gar nicht auftauchen. Die Ironie an diesem Fakt: Die Online-Videothek Netflix ist einer der wenigen großen Anbieter, der bereits vollständig über das neue Internet-Protokoll erreichbar wäre.
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