Deutsche Bevölkerung bliebe bei GAU uninformiert
Verschiedene Systeme sind angedacht, von einer Umsetzung ist man aber noch ein gutes Stück entfernt. Es gibt Überlegungen, Handys oder Funkwecker als Alarmsystem einzusetzen. Allerdings haben die Bundesländer, in deren Zuständigkeit ein solches System liegt, das Thema seit Jahren vernachlässigt.
"Wer Radio und Fernseher ausgeschaltet hat, bleibt heute zunächst blind und taub für Gefahren", sagte DPolG-Chef Rainer Wendt der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'. Sollte es hierzulande zu einem GAU in einem Kernkraftwerk kommen, gäbe es faktisch keine Möglichkeit, die Bevölkerung schnell und flächendeckend zu informieren. "Länder wie Japan, USA oder Niederlande sind hier deutlich weiter", so Wendt.
Früher war ein flächendeckendes Netz an Alarmsirenen dafür zuständig, die Bevölkerung darüber zu informieren, dass eine Gefahr droht und man sich über Radio oder Fernsehen informieren sollte. Von den ehemals rund 100.000 Sirenen gibt es aber inzwischen zwei Drittel nicht mehr. Wendt forderte daher, dass zumindest in Regionen mit Atomanlagen oder anderen Gefahrenquellen übergangsweise wieder solche Systeme installiert werden, bis modernere Technologien breit zur Verfügung stehen.
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Christian Kahle
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