O2-Call Center: Widerstand gegen Lohnkürzung

Wirtschaft & Firmen Der Verkauf des O2-Call Centers in Teltow an den Medienkonzern Bertelsmann geht offenbar nicht so glatt über die Bühne, wie es sich die beteiligten Unternehmen erhofft hatten. Bei dem Deal handelt es sich um ein klassisches Outsourcing-Geschäft. O2 will das Call Center nicht mehr selbst betreiben. Die Tätigkeit der Beschäftigten bleibt zwar gleich, nur ist ihr neuer Arbeitgeber die Bertelsmann-Tochter Arvato.

Ziel eines solchen Transfers ist die Senkung der Betriebskosten. Da O2 weniger ausgeben und der neue Eigner natürlich Gewinne aus dem Betrieb des Call Centers ziehen will, sollen die Beschäftigten zukünftig die gleichen Tätigkeiten für rund 20 Prozent weniger Lohn verrichten.

Bisher verliefen solche Outsourcing-Projekte meist relativ glatt, weil die Angestellten fürchten müssen, schnell durch neue Mitarbeiter ausgetauscht zu werden. In Teltow regt sich nun aber Widerstand gegen die Lohnkürzung, berichtete die Tageszeitung 'Märkische Allgemeine'.

Als Arvato das Call Center gestern Mittag offiziell übernahm, waren kaum Beschäftigte am arbeiten. Von den 193 Angestellten haben 175 der Übertragung ihres Arbeitsvertrages an den neuen Eigner widersprochen. Diese sind nun vorerst weiterhin bei O2 angestellt und erhalten Lohn vom Mobilfunkbetreiber. Allerdings sind sie vorerst freigestellt, weil ihr Arbeitsplatz bei dem Konzern nicht mehr vorhanden ist.

O2 will nun prüfen, ob die Beschäftigten an anderer Stelle untergebracht werden können, oder ob man sich auf einen Prozess von betriebsbedingten Kündigungen einlassen muss. Letzteres wäre nicht gerade gut für das Image - immerhin waren die betroffenen Mitarbeiter in vielen Fällen seit über zehn Jahren für den Konzern tätig.

Danke für den Hinweis an Rob.
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