Hamburg: Datenschützer schaltet seine Webseite ab

Datenschutz Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat seine eigene Webseite abgeschaltet, weil er eine dort eingesetzte Tracking-Software nicht entfernen konnte. Caspar führt seit einiger Zeit eine Auseinandersetzung mit dem Suchmaschinenbetreiber Google um dessen Tracking-Dienst Analytics. Kürzlich drohte er damit, juristisch gegen Webseiten-Betreiber vorzugehen, die den Service auf ihren Angeboten einsetzen.

Daraufhin merkte der Rechtsanwalt Thomas Stadler in seinem Blog an, dass auch auf der Seite des Hamburger Datenschutzbeauftragten vergleichbare Tracking-Systeme zum Einsatz kommen. So kommt beispielsweise ein Zählpixel der IVW zum Einsatz, das faktisch auf allen größeren deutschen Webseiten zu finden ist, die mit Werbung finanziert werden.

Nachdem sich Caspar in den Kommentaren rechtfertigte, dass er selbst keine Entscheidungsgewalt über die technische Infrastruktur hinter seiner Seite habe, schaltete er das Angebot inzwischen komplett ab. Die Domain Datenschutz-Hamburg.de leitet nun auf das Portal Datenschutz.de um.

"Anfang dieser Woche stellte sich heraus, dass die auf dem Internetportal hamburg.de eingesetzte Tracking-Software den datenschutzrechtlichen Anforderungen nicht genügt. Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, der als Dienststelle der Hamburgischen Verwaltung Teil des öffentlichen Auftritts der Stadt Hamburg auf dieser Seite ist, hat daraufhin sein Internetangebot von der Seite genommen", heißt es dort.

Die Webseite des Datenschutzbeauftragten war zuvor in das Portal Hamburg.de integriert. Die Mitarbeiter Caspar konnten dort zwar Inhalte einstellen, für das Grundgerüst der Seite war aber der Axel Springer Verlag zuständig.
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