Blue Origin kennt jetzt den Grund für gewaltige New-Glenn-Explosion

Nach der schweren Explosion der New-Glenn-Rakete im Mai hat das Raumfahrtunternehmen Blue Origin die Fehlerquelle gefunden. Ein defektes Sauerstoffventil löste das fatale Unglück aus. Nun arbeitet das Team unter Hochdruck an einer Lösung.

Ursache für Raketen-Explosion gefunden

Nach der folgenschweren Explosion der Schwerlastrakete New Glenn im Mai 2026 auf dem Startkomplex 36 in Cape Canaveral hat das Raumfahrtunternehmen Blue Origin die Fehlerquelle lokalisiert. Laut Dave Limp, dem Geschäftsführer des Unternehmens, löste eine Anomalie am Hauptsauerstoffventil von einem der sieben BE-4-Triebwerke die Detonation aus. Der Vorfall zerstörte weite Teile der Infrastruktur auf dem Startplatz, was den Zeitplan des Unternehmens gehörig durcheinander gebbracht hat

Die Ingenieure von Blue Origin konnten den Fehler durch geborgene Hardware und umfangreiche Triebwerkstests bestätigen. Die BE-4-Triebwerke werden mit flüssigem Methan und flüssigem Sauerstoff betrieben. Um das Problem zu beheben, fertigt das Unternehmen derzeit Modifikationen an dem Ventil an. Die Bauteile sollen bis Ende August bereitstehen und lassen sich in bestehende Triebwerke nachrüsten.


Folgen für andere Raketen

Die technischen Anpassungen betreffen nicht nur Blue Origin selbst: Wie Space berichtet, nutzt auch die United Launch Alliance für die erste Stufe ihrer Vulcan-Rakete zwei der Triebwerke. Die notwendigen Umrüstungen wird Blue Origin direkt in den Produktionsanlagen und Startanlagen der United Launch Alliance durchführen.

Aktuell pausieren die Flüge der Vulcan-Rakete ohnehin. Grund dafür ist ein unabhängiges Problem mit einem Feststoffbooster, das bei einer Mission für die US-Regierung im Februar 2026 auftrat. Die United Launch Alliance arbeitet parallel an der Fehlerbehebung, um die Trägerrakete noch im laufenden Jahr wieder ins All zu schicken. Beide Unternehmen wollen ihre Trägersysteme schnellstmöglich wieder einsatzbereit machen.

Druck durch volle Auftragsbücher

Trotz des Rückschlags hält Blue Origin am Ziel fest, New Glenn noch vor Jahresende starten zu lassen. Da die Explosion wichtige Teile der Startinfrastruktur zerstörte, ändert das Unternehmen den Ablauf der Raketenmontage. Die Nutzlast wird künftig horizontal integriert. Das umgeht den Neubau eines zerstörten Transportturms und spart wichtige Monate bei der Vorbereitung künftiger Missionen ein.

Der Zeitdruck ist enorm, da wichtige Kunden auf freie Transportkapazitäten warten. Amazon hat für zehn Milliarden Dollar (etwa neun Milliarden Euro) Flüge für seine Breitbandsatelliten für den erdnahen Orbit gebucht, um eine Alternative zu Starlink aufzubauen. Zudem plant die Raumfahrtbehörde NASA, den Mondlander Blue Moon im Rahmen des Artemis-Programms mit New Glenn in den Weltraum zu bringen.

Was denkt ihr über die Pläne von Blue Origin? Glaubt ihr an einen erfolgreichen Start im aktuellen Jahr? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Blue Origin fand die Ursache für die New-Glenn-Explosion im Mai 2026
  • Ein fehlerhaftes Sauerstoffventil am BE-4-Triebwerk löste den Unfall aus
  • Die modifizierten Ventile sollen bis Ende August einsatzbereit sein
  • Die Anpassungen betreffen auch die Vulcan-Rakete der United Launch Alliance
  • Wegen zerstörter Rampe wird die Nutzlast künftig horizontal integriert
  • Trotz schwerer Schäden soll die Rakete noch im laufenden Jahr starten

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