UK: Provider stellen sich gegen Porno-Sperrsystem
Es sei Aufgabe der Eltern und Betreuer zu kontrollieren, wie Kinder auf das Internet zugreifen, erklärte Nicholas Lansman, Chef des Provider-Verbandes ISPA, laut einem Bericht der 'BBC'. Die Unternehmen könnten ihnen dafür passende Tools zur Verfügung stellen.
Eine Sperrung seitens der Zugangsanbieter - auch wenn sich diese auf Wunsch abschalten lässt - sei aber seiner Ansicht nach nur schwer umsetzbar. Zu viele juristische, verbraucherrechtliche und technische Probleme müssten gelöst werden, bevor ein solches System umgesetzt werden könnte.
Trefor Davies, Technik-Chef des Providers Timico geht sogar noch einen Schritt weiter. "Es ist technisch nicht möglich, dieses Zeug komplett zu blockieren", sagte er. Es gebe großen Mengen an pornographischen Materialien im Netz und zahlreiche Wege, auf denen die Nutzer darauf zugreifen.
So erfolgt die Verbreitung nicht nur über das Web, sondern auch über Filesharing-Plattformen, Newsgroups und Diskussionsforen. Dies mache eine solche Aufgabe, wie sie sich Vaizey vorstellt, schlicht unmöglich. Hinzu kämen enorme Kosten, um ein solch umfangreiches Sperrsystem überhaupt halbwegs funktionierend betreiben und auf aktuellem Stand halten zu können.
Aber nicht nur technisch sei das Vorhaben äußerst riskant. "Wenn wir diesen Schritt gehen, wird es nicht besonders lange dauern, bis das Internet ein goldener Käfig ist, in dem nur noch Seiten zugänglich sind, die die Regierung für gut befindet", warnte Davies.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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