Wikileaks: Nächster Leak wird Großbank betreffen

Internet & Webdienste Die US-Regierung wird nach der Veröffentlichung zahlreicher Dokumente aus dem diplomatischen Betrieb durch die Whistleblower-Plattform Wikileaks zumindest von dieser Seite aus erst einmal eine Verschnaufpause erhalten. Der nächste größere Leak soll einer US-amerikanischen Großbank gelten. Das erklärte Wikileaks-Sprecher Julian Assange gegenüber dem US-Nachrichtendienst 'Forbes'. Die Betreiber der Plattform sitzen demnach noch auf einer ganzen Reihe von Dokumenten wobei etwa die Hälfte aus dem privatwirtschaftlichen Bereich stamme.

Die neue Veröffentlichung werde laut Assange eine Innenansicht darüber geben, wie sich Banken auf der obersten Management-Ebene verhalten. Er geht davon aus, dass der Leak eine Reihe von Untersuchungen und Gesetzesänderungen nach sich ziehen wird.

Für Bedeutung des kommenden Leaks legte Assange die Messlatte hoch: "Es gibt nur einen vergleichbaren Fall: Es wird wie bei den Enron-E-Mails." Der Energiekonzern Enron, eines der größten Unternehmen der USA, war im Jahr 2001 komplett zusammengebrochen.

Auslöser dafür waren massive Bilanzmanipulationen, die schließlich an die Öffentlichkeit kamen. Im Mai 2002 veröffentlichte die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) über 500.000 E-Mails aus dem Konzern-Netzwerk im Internet und verschiedene Informatiker begannen damit, per Data-Mining-Verfahren die Strukturen des bis dahin größten Betrugsfalls in der US-Wirtschaftsgeschichte zu rekonstruieren.
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