BITKOM kritisiert Zuwanderungs-Debatte

Wirtschaft & Firmen Der IT-Branchenverband BITKOM hat die Forderungen von Politikern, die Zuwanderung aus bestimmten Kulturkreisen wie dem arabischen Raum zu stoppen, scharf kritisiert. "Die Forderung nach einem Zuwanderungsstopp aus bestimmten Kulturkreisen ist das absolut falsche Signal, nach innen wie nach außen. Nach innen müssen wir klarstellen, dass hochqualifizierte Spezialisten unsere Wirtschaft stärken und unseren Wohlstand sichern - ganz gleich, aus welchem Land sie kommen", sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Nach außen müsse man deutlich machen, dass Deutschland ein offenes, innovationsstarkes Land ist. Manche "Politiker sind drauf und dran, den Ruf Deutschlands nachhaltig zu schädigen", so Scheer weiter. Alle Studien würden belegen, dass jeder, der hierzulande als Arbeitnehmer oder Unternehmer tätig ist, einen wertvollen Beitrag leistet.

Zuwanderer stellen keine Belastung für die deutsche Gesellschaft, sondern im Gegenteil eine Bereicherung dar, erklärte Scheer. Er machte aber auch deutlich, dass nach Ansicht der Wirtschaft vor allem Menschen mit hoher Qualifikation ins Land geholt werden sollen.

Der BITKOM stellte sich hinter die Forderung von Frank Weise, dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, der in einem Interview die Einführung eines Punktesystems gefordert hat. Danach kann eine bestimmte Zahl von Hochqualifizierten nach Deutschland einwandern, wenn sie Kriterien wie Qualifikation, Alter oder Sprachkenntnisse erfüllen und ein entsprechender Arbeitskräftebedarf besteht.

Scheer sprach sich dagegen aus, Zuwanderung und Bildung gegeneinander auszuspielen: "Natürlich muss alles getan werden, um die hier lebenden Menschen zu qualifizieren. Das reicht aber weder heute noch in Zukunft aus, um den Fachkräftebedarf zu decken", sagte er.
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