Apple-Boss: Warum der App Store kontrolliert wird

Handys & Smartphones Der Apple-Boss Steve Jobs gilt eigentlich als Marketing-Genie. Nahezu jedes Produkt, das bislang niemand gebraucht hat, kann er mit voller Überzeugung an den Mann bringen. Bei der Vorstellung des iPhone OS 4.0 hat er allerdings ein Eigentor geschossen. Im Anschluss der Veranstaltung fand eine kurze Q&A-Session statt, bei der die US-Journalisten den Apple-Boss mit Fragen löchern konnten. So sah sich Jobs gezwungen zu erklären, warum die Apps vor ihrer Veröffentlichung im App Store so umfangreich überprüft werden und warum Apple diesen Prozess nicht einfach abschafft.

"Sie wissen vielleicht, dass es einen Porno-App-Store für Android gibt. Jeder kann dort herunterladen. Sie können es und ihre Kinder können es. Diesen Weg wollen wir einfach nicht gehen", lautete die Antwort des Marketing-Genies. Doch damit brachte Jobs eine Botschaft herüber, die schon vielen Unternehmen das Leben gekostet hat.

Die Porno-Industrie ist in der Vergangenheit fast immer dafür verantwortlich gewesen, welcher von zwei konkurrierenden Standards sich am Ende durchgesetzt hat. Das beste Beispiel ist VHS - die Erotikbranche hat darauf gesetzt und schon hatte Sonys Betamax keine Chance mehr. Diesen Industriezweig kategorisch auszuschließen, kann eine Fehlentscheidung von Apple gewesen sein.

Zumindest die New York Times und von Rupert Murdoch kontrollierte Medien glauben, dass dies keine clevere Aussage vom Apple-Boss gewesen ist. Der Medienmogul hofft, dass Apple mit seinen Produkten die Medienindustrie rettet, die sich über stetig wachsende Umsatzeinbrüche beklagt. Aus diesem Grund tauchte die Aussage von Jobs nur sehr knapp am Ende der Berichterstattung zum iPhone OS 4.0 auf, berichtet der 'Inquirer'.
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