Filesharing-Netz Gnutella ist seit 10 Jahren aktiv
Mitte März 2000 wurde die erste Version eines Gnutella-Clients von dessen Entwickler Justin Frankel veröffentlicht. Frankel hatte sich zu dieser Zeit bereits einen Namen bei den Musik-Fans unter den Computer-Nutzern verschafft, da er auch den populären Audio-Player WinAmp programmiert hatte.
Mit Gnutella stand nun erstmals ein komplett dezentrales Filesharing-Netz zur Verfügung. Dies wurde notwendig, weil die Musikindustrie damit begonnen hatte, die Betreiber von zentralen Verbindungsservern, wie etwa den Filesharing-Pionier Napster, mit millionenschweren Klagen zu überziehen und für die Abschaltung der Server zu sorgen.
Doch nicht nur die dezentrale Struktur sorgte dafür, dass Gnutella trotz der anfänglich recht einfach gestrickten Software schnell zu einem Siegeszug ansetzte. Im Gegensatz zum bisher größten P2P-Netz Napster ermöglichte der neue Dienst auch den Austausch von Videos und Software.
Gnutella überlebte allerdings wohl nur, weil Frankel die Software als Open Source zur Verfügung stellte. Der Entwickler war damals durch die Übernahme WinAmps bei AOL angestellt. Sein Arbeitgeber zwang ihn dazu, sein Projekt offline zu nehmen. Dies half allerdings nun nichts mehr. Schnell begannen andere Programmierer mit der Weiterentwicklung der Software.
Dies trug auch wesentlich dazu bei, dass eine Reihe unterschiedlicher Clients für das Gnutella-Netz entstanden. Der bekannteste ist hier wohl LimeWire, aber auch BearShare und Morpheus waren recht verbreitet. Inzwischen haben andere Dienste wie BitTorrent Gnutella überholt, insbesondere weil sie verschiedene Schwächen des Protokolls überwanden. Trotzdem ist das Netzwerk nach wie vor aktiv.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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