Vertrag zu Kinderporno-Sperren "juristisch sinnlos"

Diesen Vorwurf hatte die CDU-Abgebordnete im Bundestag Ilse Falk gestern allerdings allen Kritikern an der Umsetzung der Filtermaßnahmen entgegengeworfen. Dabei verwies sie auf den Erfolg solcher URL-Sperrungen in anderen Ländern.

"Erfolg sieht anders aus. Alle Länder die Sperrsysteme einsetzen (mit Ausnahme Chinas) sind gescheitert", entgegnete CareChild. "Für die Konsumenten (und damit die Nachfrage) von Kinderpornografie stellt dies nicht die geringste Hürde dar. Die Sperrlisten kursieren dagegen als Einkaufsführer im Netz und dienen Pädokriminellen als Quelle neuer Bilder und Videos."

Allerdings müssten diese schon fleißig auf der Liste suchen, denn die von Familienministerin Ursula von der Leyen beschrieben Seiten mit brutalsten Vergewaltigungen selbst kleinster Kinder, fänden sich dort nicht. Stattdessen endlose Linklisten, Bannertauschsysteme, Werbeseiten für vollkommen legal betriebene Erotik, so CareChild.

Wie der Verein weiter ausführte, seien von den Sperr-Listen in anderen Ländern nach Schätzungen des Vereins maximal 5 Prozent der Einträge strafrechtlich relevant und überhaupt verfolgbar. Die Behauptung, dass andere Methoden der Bekämpfung von Kinderpornographie nicht praktikabel seien, um schnelle und umfassende Erfolge zu erringen, wies CareChild zurück.

Der Verein habe nach eigenen Angaben Versuche gestartet, wie diese Seiten aus dem Netz verbannt werden können. In den kommenden Tagen wolle man die Ergebnisse veröffentlichen, an denen sich zeigt, wie schnell und nachhaltig Provider auf Meldungen von Kinderpornographie reagieren. Die Erkenntnisse aus dem Versuch seien für die Politik beschämend, hieß es.
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