Jülich: Neuer Supercomputer für Fusionskraftwerk

Die Fusionsforscher wollen mit der Rechenleistung von HPC-FF die komplexen Mechanismen in der 100 Millionen Grad heißen Fusionsmaterie, dem Plasma, im Innern von ITER besser verstehen. Sie werden Computer-Simulationen entwickeln, die wichtige physikalische Effekte realitätsnäher als bislang berücksichtigen können.

Der Supercomputer HPC-FF (High Performance Computing - for Fusion) wird aus 1.080 Rechenknoten bestehen, die jeweils mit zwei Nehalem-EP-Quadcore Prozessoren von Intel ausgestattet sind. Die insgesamt 8.640 Prozessor-Kerne arbeiten jeweils mit einer Taktrate von 2,93 Gigahertz und können auf 24 Gigabyte Hauptspeicher zugreifen. Ihre Gesamtrechenleistung von 101 Teraflop/s entspricht heute Platz 30 in der Liste der weltweit schnellsten Supercomputer.

Als Netzwerk wird Infiniband ConnectX QDR der israelischen Firma Mellanox verwendet. Die administrative Infrastruktur basiert auf Servern des Typs NovaScale R422-E2 des französischen Supercomputerherstellers Bull, der das System liefert und in Jülich integriert. Als Cluster-Betriebssystem wird "Parastation" von der Münchener Softwarefirma ParTec eingesetzt. Finanziert wird HPC-FF von der Europäischen Kommission bzw. EURATOM, den Mitgliedsinstituten von EFDA und dem Forschungszentrum Jülich.

ITER wird 2018 in Betrieb gehen und soll der erste Fusionsreaktor mit mindestens 500 Megawatt Leistungsüberschuss werden. ITER - lateinisch "der Weg" - wird im südfranzösischen Cadarache gemeinsam von der Europäischen Union, Japan, den USA, China, Russland, Indien und Südkorea gebaut.
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