Motorola: Massenentlassungen - Absturz geht weiter
Wie das Unternehmen mitteilte, entfallen davon 3.000 direkt auf die Mobilfunksparte. Weitere 1.000 Entlassungen wird es in der Konzernverwaltung und einigen anderen Bereichen geben. Diese Zahlen werden auf die erst im vierten Quartal 2008 ohnehin angekündigten 3.000 Kündigungen aufgeschlagen.
Die Stellenstreichungen werden den Angaben zufolge ab sofort in Angriff genommen. Für dieses Jahr verspricht sich Motorola dadurch eine Reduzierung der Ausgaben im operativen Geschäft um rund 1,5 Milliarden Dollar. Die anhaltend hohen Verluste will man so eindämmen.
Die Probleme des Unternehmens spiegeln sich auch in den Geschäftsergebnissen wieder, auf die Motorola nun einen vorläufigen Ausblick gab. Demnach wird der Umsatz für das vierte Quartal wohl bei rund 7 Milliarden Dollar liegen. Das wären 27 Prozent weniger als im Vorjahr.
Daraus soll ein Nettoverlust von 7 bis 8 Cent je Aktie resultieren. An den Börsen ging man bisher von nur 1 Cent Verlust je Aktie aus. Die genauen Ergebnisse will Motorola am 3. Februar vorlegen.
Noch vor einigen Jahren war das Unternehmen - beflügelt vom Erfolg seines Razr-Handys - der weltweit zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen. Zu dieser Zeit war sogar davon die Rede, dass man Nokias Marktführerschaft angreifen wolle.
Allerdings versäumte man es, rechtzeitig in die Entwicklung neuer, innovativer Produkte zu investieren und hielt sich lange mit neuen Razr-Modellen auf. Als die Konkurrenten neue Generationen von UMTS-Smartphones brachten, folgte daher ein massiver Absturz, von dem sich Motorola bis heute nicht erholte.
Das Unternehmen rutschte auf den vierten Rang unter den Handy-Herstellern ab und verlor weit mehr als die Hälfte seiner Marktanteile. Seit 2007 wurde die Belegschaft bereits um 16.000 Stellen reduziert.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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