Premiere will den Privatsender Sat.1 übernehmen
"Die Kombination mit einem Free-TV-Sender würde Premiere voranbringen", sagte Vorstandschef Michael Börnicke dem Handelsblatt. Vor allem der Vorstoß in eine neue Größenordnung ist das Ziel des Bezahlsenders. Der derzeitige Umsatz von rund einer Milliarde Euro soll mittelfristig auf zwei bis drei Milliarden Euro gesteigert werden. Außerdem will man ein Gegengewicht zu den öffentlich-rechtlichen Sendern schaffen.
Börnicke erklärte zwar, dass man an Sat.1 interessiert ist, allerdings noch keine Verhandlungen stattgefunden haben. ProSiebenSat.1 gehört derzeit mehrheitlich den Finanzinvestoren Permira und KKR. Ein kleiner Sender wurde Premiere bereits angeboten: NBC Universal stellte den Nischenkanal "Das Vierte" zum Verkauf. "Das würde uns nicht helfen. Wir wollen in den nächsten zwei bis drei Jahren stark wachsen", sagte Börnicke.
Zwar ist Premiere mit mehr als vier Millionen Abonnenten Deutschlands größter Bezahlsender, doch bereits seit der Gründung kämpft das Unternehmen immer wieder mit tiefroten Zahlen. Börnicke will den Sender daher neu ausrichten und mit Sat.1 in das frei empfangbare Fernsehen drängen.
Update: ProSiebenSat.1 hat inzwischen mitgeteilt, dass man den Sender nicht verkaufen möchte. "Wir haben nicht die Absicht, zu verkaufen und führen auch keine Gespräche in diese Richtung", sagte eine Sprecherin.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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