Premiere geht juristisch gegen Schwarzseher vor

TV-Zubehör Der Pay-TV-Sender Premiere geht nach eigenen Angaben ab sofort auch juristisch gegen Schwarzseher vor. In einem ersten Schritt erwirkte man heute eine einstweilige Verfügung gegen einen Importeur von Receivern, mit denen man Premiere ohne zu zahlen schauen kann. Unter Androhung eines Ordnungsgeldes oder Ordnungshaft darf die Zehnder GmbH keine Receiver mehr verkaufen, die über einen Emulator das Vorhandensein einer Smartcard simulieren. Diese Smartcard wird benötigt, um das verschlüsselte Premiere-Programm wieder zu entschlüsseln.

Nach eigenen Angaben konnte Premiere nachweisen, dass in den Empfangsgeräten Vorrüstungen implementiert waren, die es ermöglichten, dass Angebot des Pay-TV-Senders ohne Abo, also illegal, zu empfangen. Das Unternehmen kündigte an, juristisch gegen die beteiligten Personen vorgehen zu wollen.

"Die Entscheidung des Landegerichts Hamburg ist für uns ein wichtiger Etappensieg im Kampf gegen den kriminell organisierten Rechte-Diebstahl", erklärte Programm- und Technik-Vorstand Hans Seger. Auch die Käufer dieser Receiver sollen nicht ungestraft davonkommen. "Die illegale Nutzung des Premiere-Programms ist kein Kavaliersdelikt", sagte Seger.

Erst im April hatte Premiere angekündigt, dass Verschlüsselungssystem umstellen zu wollen. Ab dem zweiten Quartal wird neben einer neuen Version von Nagravision auch die Verschlüsselungstechnologie NDS Videoguard eingesetzt. NDS Videoguard kommt bei der Ausstrahlung der Premiere-Programme über Satellit zum Einsatz. Alle neuen Receiver werden mit dem System ausgestattet. Es wurde von einer Tochterfirma des Großaktionärs News Corporation entwickelt.
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