Intel kommt nicht nach: CPU-Nachfrage 50% höher als Kapazitäten

Intel-Chef Lip-Bu Tan hat angedeutet, dass mit weiteren Preisstei­gerungen bei Prozessoren und weiteren Produkten zu rechnen ist, weil das Unternehmen schlicht nicht über die Kapazitäten verfügt, die nötig wären, um die Nachfrage rund um CPUs zu bedienen.
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    Intel-Chef sieht weiter steigende CPU-Nachfrage

    Der KI-Boom hat nach einer Preisexplosion bei Speicherprodukten und Grafikkarten mittlerweile auch deutliche Preisanstiege bei sogenannten "General Purpose"-Prozessoren zur Folge, womit natürlich CPUs gemeint sind. Für Intel und seine Kunden bedeutet dies einen drastischen Anstieg der Nachfrage, weil immer mehr KI-Aufgaben auch von CPUs übernommen werden.

    Im Zuge eines Interviews anlässlich der Splunk-Konferenz 2026 in Denver, Colorado, machte Intel-CEO Lip-Bu Tan deshalb deutlich, dass sein Unternehmen längst nicht mehr in der Lage ist, die stark gestiegene Nachfrage rund um seine Prozessoren zu befriedigen. Aktuell könne man nur rund 50 Prozent der Nachfrage der Kunden auch tatsächlich bedienen, so Tan.


    Yield bei Intel 18A steigt jährlich um sieben Prozent

    Aktuell sei man mit der Fertigung in der Intel 18A-Node gut aufgestellt und verzeichne jährlich eine Verbesserung der Produktionsausbeute um rund sieben Prozent. Außerdem werde man ab Anfang 2027 die Massenfertigung von Chips in der neuen 14A-Node aufnehmen. Doch auch dann werde die Nachfrage gerade aus dem Bereich des KI-Inferencing kaum zu bedienen sein.

    Hintergrund sei der Trend zu "agentischer KI", bei der KI-Dienste auf Wunsch der Nutzer bestimmte Aufgaben eigenständig erledigen. Tan geht davon aus, dass die Zahl der KI-"Agenten" in den kommenden zehn Jahren auf viele Billionen ansteigen wird, wodurch die CPU-Nachfrage weiter steigen wird.

    Intel selbst sieht er deshalb bestens aufgestellt. Für die Kunden bedeutet dies aufgrund der möglicherweise dauerhaften Knappheit bei CPUs aber wohl auch, dass sie mit weiter stark steigenden Preisen rechnen müssen. Die PC-Hersteller dürften die bei Intel zu erwartenden Preiserhöhungen natürlich an die Verbraucher durchreichen, während der PC-Markt ohnehin in den Hintergrund rückt. Intel hat die Preise seiner Client-CPUs seit 2025 bereits drei Mal um jeweils fünf bis zehn Prozent angehoben.

    Zusammenfassung
    • Der weltweite KI-Boom sorgt für eine stark steigende Nachfrage nach CPUs
    • Intel kann gegenwärtig lediglich etwa die Hälfte aller Kundenbedarfe decken
    • Die Produktionsausbeute bei 18A-Chips wächst jedes Jahr um sieben Prozent
    • Die Massenproduktion mit dem Verfahren 14A soll Anfang 2027 starten
    • Der wachsende Markt für agentische KI befeuert den Bedarf an Prozessoren
    • Kunden müssen sich künftig auf anhaltend hohe und steigende Preise einstellen

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