Kein Umstieg: Dänemark behält MS Office, lehnt Open-Source-Lösung ab
Dänemark bricht den Versuch ab, in der eigenen Verwaltung Microsoft Office durch die quelloffene Alternative Collabora zu ersetzen. Inkompatibilitäten mit den Dateiformaten verursachten Probleme. Ob neue Alternativen getestet werden, bleibt unklar.
So zeigten sich Probleme in einer Pilotphase, an der 38 Mitarbeiter der Ministerien teilnahmen. Beim Versuch, bestehende Dokumente aus Microsoft Office zu importieren, traten Darstellungsfehler auf. Collabora zeigte teilweise leere Seiten an, wenn MS-Office-Dokumente geöffnet wurden. Die Ursache für den Konflikt liegt in den unterschiedlichen Dateiformaten. Collabora nutzt das quelloffene Open Document Format (ODF), während Microsoft auf die Spezifikation OOXML setzt.
Genau aufgrund solcher Probleme hatte The Document Foundation, die mit LibreOffice ihr eigenes Open-Source-Büropaket entwickelt, immer wieder massive Kritik an Microsoft und dem OOXML-Format geübt. OOXML sei pseudo-offen, da Microsoft Anwender durch gezielten Inkompatibilitäten in die Abhängigkeit treibe. Außerdem habe Redmond obendrein den Zulassungsprozess von OOXML manipuliert.
Auch die EU-Kommission tut sich schwer mit Alternativen für Microsoft-Bürosoftware. So hatte man als Backup von MS Teams das auf Matrix basierende Programm Element Pro eingeführt. Wie es jetzt allerdings hieß, sind die Mitarbeiter extrem unzufrieden mit der Software und bezeichneten sie teils als "absoluten Mist".
Wie bewertet ihr den Vorstoß zur digitalen Souveränität in Europas Verwaltungen? Glaubt ihr an eine echte Unabhängigkeit von US-Konzernen? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare!
Download LibreOffice - Quelloffene Office-Suite Siehe auch:
- Dänemark bricht den geplanten Umstieg seiner Verwaltung auf Collabora ab
- In einer Pilotphase kam es zu gravierenden Darstellungsfehlern bei Dokumenten
- Unterschiede zwischen den Formaten OOXML und ODF verursachten die Probleme
- The Document Foundation kritisiert Microsofts Dateiformat OOXML schon lange
- Eine Evaluierung der Leistungsfähigkeit von Collabora fand gar nicht statt
- Auch die EU-Kommission kämpft mit Unzufriedenheit über Software-Alternativen
Rückschlag für freie Software
Trotz Warnungen von US-Konzernen streben immer mehr europäische Regierungen und Verwaltungen größere Unabhängigkeit von Software-Riesen wie Microsoft und Google an. Um sich aus der Abhängigkeit zu lösen und nicht einer unberechenbaren US-Regierung ausgeliefert zu sein, plante Dänemark den Umstieg auf quelloffene Software. Im Jahr 2025 kündigte sie an, in der Verwaltung künftig auf Microsoft Office verzichten zu wollen. Stattdessen sollte die Open-Source-Lösung Collabora zum Einsatz kommen. Jetzt gibt man das Vorhaben, wie schon den Versuch von Windows loszukommen, allerdings auf.So zeigten sich Probleme in einer Pilotphase, an der 38 Mitarbeiter der Ministerien teilnahmen. Beim Versuch, bestehende Dokumente aus Microsoft Office zu importieren, traten Darstellungsfehler auf. Collabora zeigte teilweise leere Seiten an, wenn MS-Office-Dokumente geöffnet wurden. Die Ursache für den Konflikt liegt in den unterschiedlichen Dateiformaten. Collabora nutzt das quelloffene Open Document Format (ODF), während Microsoft auf die Spezifikation OOXML setzt.
Genau aufgrund solcher Probleme hatte The Document Foundation, die mit LibreOffice ihr eigenes Open-Source-Büropaket entwickelt, immer wieder massive Kritik an Microsoft und dem OOXML-Format geübt. OOXML sei pseudo-offen, da Microsoft Anwender durch gezielten Inkompatibilitäten in die Abhängigkeit treibe. Außerdem habe Redmond obendrein den Zulassungsprozess von OOXML manipuliert.
Projekt endgültig beendet
Laut Computerworld (via Neowin) wurde das Projekt der dänischen Regierung aufgrund der Probleme für beendet erklärt. Ein Sprecher bestätigte, dass das Vorhaben abgeschlossen sei und nicht wieder aufgenommen wird. Eine Auswertung der Leistungsfähigkeit der quelloffenen Alternative im Vergleich zu Microsoft Office fand gar nicht erst statt. Momentan ist noch unklar, ob Dänemark noch eine andere Office-Lösung testen wird.Auch die EU-Kommission tut sich schwer mit Alternativen für Microsoft-Bürosoftware. So hatte man als Backup von MS Teams das auf Matrix basierende Programm Element Pro eingeführt. Wie es jetzt allerdings hieß, sind die Mitarbeiter extrem unzufrieden mit der Software und bezeichneten sie teils als "absoluten Mist".
Abhängigkeit bleibt bestehen
Diese Beispiele verdeutlichen die Herausforderungen für europäische Staaten bei der Umsetzung von digitaler Souveränität. Solange Dateiformate wie OOXML im Einsatz bleiben, stößt der reibungslose Übergang zu anderen Office-Paketen auf beträchtliche Hindernisse.Wie bewertet ihr den Vorstoß zur digitalen Souveränität in Europas Verwaltungen? Glaubt ihr an eine echte Unabhängigkeit von US-Konzernen? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare!
Download LibreOffice - Quelloffene Office-Suite Siehe auch:
- LibreOffice attackiert Microsoft hart - OOXML-Zulassung war manipuliert
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- Freie 'Kopien' von Office & Co per KI-Reverse-Engineering gebaut
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Felix KrauthRedakteur für Windows & Hardware
War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.
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