OpenDesk: Kunden rennen Machern deutscher Office-Suite die Bude ein

Die quelloffene Bürosoftware OpenDesk aus Deutschland ist in Europa als Alternative zu Microsoft 365 und Google-Diensten mittlerweile so gefragt, dass der staatliche Entwickler ZenDiS bereits zahlreiche Kundenanfragen ablehnen musste.
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ZenDiS
  • Europas Verwaltung strebt vermehrt nach digitaler Souveränität
  • Das deutsche Open-Source-Projekt OpenDesk erfreut sich großer Beliebtheit
  • Der Wechsel des Internationalen Strafgerichtshofs steigerte das Interesse
  • Wegen hoher Nachfrage musste das ZenDiS die meisten Interessenten abweisen
  • Externe Dienstleister wie B1 Systems und Schwarz Digits übernehmen Kunden
  • Zusätzliche Funktionen wie KI-gestützte Werkzeuge befinden sich im Aufbau

Zu viel Nachfrage für ZenDiS

Europas Verwaltung und öffentliche Einrichtungen bemühen sich immer mehr um digitale Souveränität. Aufgrund der Nachfrage gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an Open-Source-Alternativen zu Software von Microsoft, Google und Co. Angebote wie Euro-Office wollen den US-Unternehmen Paroli bieten. Auch das vom deutschen Staat entwickelte OpenDesk mischt mit. Im Juli dieses Jahres war unter anderem die Schweizer Armee auf die Software umgestiegen. Der Andrang war zuletzt sogar so groß, dass das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) als Entwickler jetzt sein Geschäftsmodell umbauen musste.

Der plötzliche Bekanntheitsschub bei OpenDesk geht auf den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag zurück. Im Herbst 2025 befürchtete die Institution, aufgrund von US-Sanktionen den Zugriff auf amerikanische Softwarelösungen zu verlieren. Um weiterhin handlungsfähig zu bleiben und möglichen Abschaltungen zuvorzukommen, entschied sich der IStGH für einen Wechsel zu der deutschen Open-Source-Lösung. Der prominente Neukunde sorgte umgehend für ein massiv gestiegenes Interesse an dem Projekt.


Neues Partnernetzwerk im Aufbau

Wie das Handelsblatt berichtet, hat der Ansturm das ZenDiS überrumpelt. Zwar konnten bereits Lizenzen für mehr als 200.000 Büro-Arbeitsplätze vergeben werden, laut Co-Geschäftsführer Leonhard Kugler musste im vergangenen Jahr jedoch ein Großteil der Kundenanfragen abgelehnt werden. Der bisherige Direktvertrieb stieß personell an seine Grenzen, weshalb der Verkauf und die Betreuung nun nicht mehr hausintern abgewickelt werden.

Stattdessen übernehmen künftig externe IT-Dienstleister und Systemhäuser die Vermarktung, Einführung und Wartung der Software. Zu den ersten offiziellen Partnern gehören B1 Systems, Dachs IT sowie Schwarz Digits. Letztere bieten das Programmpaket als Cloud-Lösung aus den eigenen Rechenzentren an. Laut dem Handelsblatt wollen Branchengrößen wie die Deutsche Telekom, Ionos und Bechtle ebenfalls in das Partnerprogramm einsteigen.

Nachholbedarf bei den Funktionen

Trotz des aktuellen Booms befindet sich das Projekt bei vielen Anwendern noch nicht im vollständigen Produktivbetrieb. Die Schwarz-Gruppe selbst nutzt das Programmpaket bislang etwa nur als Notfalllösung. Auch bei der Funktionsreife gibt es noch Nachholbedarf. So muss sich die Open-Source-Lösung beim Einsatz künstlicher Intelligenz noch deutlich weiterentwickeln. Immerhin zeigte ZenDiS kürzlich auf der Smart Country Convention in Berlin den Prototyp eines KI-basierten Chats. Die Arbeit geht also weiter.

Nutzt ihr bereits Open-Source-Lösungen für eure Büroarbeit oder setzt ihr weiterhin auf Microsoft, Google und Co.? Teilt eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

Download LibreOffice - Quelloffene Office-Suite Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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