Mozilla: Microsoft drängt Nutzer immer wieder zum Edge-Browser

Mozilla wirft Microsoft einmal mehr vor, Nutzer von Windows 11 mit gezielten Designtricks zur Verwendung des Browsers Edge zu drängen. Ein solches Vorgehen wäre letztlich auch juristisch relevant, da es einen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung darstellen würde.
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  • Mozilla wirft Microsoft vor, die freie Browserwahl unter Windows zu erschweren
  • Nach Updates drängt das System Nutzer mit vorausgewählten Optionen zu Edge
  • In Europa verhindern Gesetze solche Dialoge sowie die Bevorzugung von Edge
  • Der Firefox-Entwickler fordert diese fairen Funktionen für alle Länder ein
  • Auch Google und Apple werden für die Bevorzugung eigener Browser kritisiert

Wer nicht aufpasst, wechselt zu Edge

Der Firefox-Entwickler kritisiert, dass das Betriebssystem die freie Wahl des Standardbrowsers unnötig erschwere und Nutzer teilweise sogar unbemerkt zu Microsofts Software zurückführe, berichtet das PC Magazine. Dass sich Microsoft durchaus anders verhalten könne, zeige die europäische Windows-Version, in der gesetzliche Vorgaben die Auswahlmöglichkeiten verbessern.

Mozilla hatte seine Vorwürfe bereits in einem 87 Seiten umfassenden Bericht dokumentiert. Inzwischen sind seit dessen Veröffentlichung 100 Tage vergangen. Aus Sicht des Unternehmens hat Microsoft bislang jedoch nicht ausreichend reagiert. Der Konzern halte sich lediglich gerade so an das, wozu er gesetzlich verpflichtet sei, kritisiert Kush Amlani, der bei Mozilla für Wettbewerbs- und Regulierungsfragen zuständig ist. Microsoft lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.


Ein Beispiel für die beanstandeten Methoden sind Hinweise, die Windows nach einem Systemupdate einblendet. Unter der Überschrift "Lassen Sie uns die Einrichtung Ihres PCs abschließen" bietet das Betriebssystem an, empfohlene Browsereinstellungen zu übernehmen. Die entsprechende Option ist standardmäßig aktiviert und legt Edge als Standardbrowser fest. Wer die Hinweise nicht aufmerksam liest, kann dadurch seine bevorzugten Einstellungen verändern.

EU schützt User

In europäischen Ländern erscheint dieser konkrete Einrichtungsdialog nicht. Zudem öffnen sich Verknüpfungen aus dem Startmenü hierzulande im festgelegten Standardbrowser und nicht automatisch in Edge. Mozilla fordert Microsoft daher auf, diese nutzerfreundlicheren Funktionen weltweit bereitzustellen. Nach Einschätzung des Unternehmens wird dafür allerdings politischer Druck notwendig sein.

Die Bevorzugung von Edge könne auch ganz praktische Folgen haben. Mozilla berichtet von Firefox-Nutzern, die sich darüber wundern, dass ihre Lesezeichen scheinbar verschwunden sind. Tatsächlich kann ein Wechsel des Standardbrowsers dazu führen, dass sich Links plötzlich in Edge statt im gewohnten Firefox öffnen.

Mozilla sieht das Problem nicht allein bei Microsoft. Auch Apple und Google würden ihre eigenen Browser und Dienste bevorzugen und damit geschlossene Ökosysteme fördern. Bei Apple schränken die Vorgaben für alternative Browser die Auswahl außerhalb Europas besonders stark ein. Erst gesetzliche Regelungen haben dort weitergehende Alternativen ermöglicht.

Download Mozilla Firefox - Open-Source-Webbrowser Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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