Huckepack auf Mach 4: Hermeus stellt Highspeed-Drohne Ramjet-X vor

Das Luftfahrtunternehmen Hermeus hat mit Ramjet-X eine neue Drohne für Hochgeschwindigkeitstests vorgestellt. Das System wird von einem Trägerflugzeug gestartet und soll Mach vier erreichen. Das könnte Materialtests deutlich günstiger machen.
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Hermeus

    Neues Testvehikel für Mach vier

    Das US-amerikanische Luftfahrtunternehmen Hermeus hat die Entwicklung der Testdrohne Ramjet-X angekündigt. Das unbemannte Fluggerät soll künftig Hochgeschwindigkeitstests in der Aerodynamik deutlich vereinfachen und die damit verbundenen Kosten senken. Die Ingenieure konzipieren das System so, dass es Geschwindigkeiten von bis zu Mach 4 sowie Flughöhen von rund 30.000 Metern erreicht. Damit wollen sie extreme Flugbedingungen zuverlässig simulieren, um belastbare Daten für künftige Entwicklungen zu sammeln.

    Da ein sogenanntes Staustrahltriebwerk, in der Fachsprache auch Ramjet genannt, erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten effizienten Schub erzeugt, nutzt das Unternehmen einen zweistufigen Ansatz. Die bereits bekannte, wiederverwendbare Drohne Quarterhorse dient dabei als fliegende Startrampe. Sie transportiert bis zu zwei Exemplare der neuen Drohne unter den Tragflächen und klinkt sie bei einer Geschwindigkeit von etwa Mach 3 aus. Erst danach zündet das Triebwerk des eigentlichen Testvehikels.

    Ein erster Blick auf die Highspeed-Drohne Ramjet-X von Hermeus

    Flugtests als Dienstleistung

    Wie Axios berichtet, plant der Hersteller, das System künftig als kommerzielle Dienstleistung auf dem Markt anzubieten. Das Konzept richtet sich vor allem an Interessenten aus der Materialforschung und der Rüstungsindustrie. Kunden können mit dem System hitzebeständige Materialien für den Flugzeugbau, Sensoren und moderne Kommunikationssysteme sowie autonome Steuerungshardware unter realen Bedingungen erproben. Auch komplexe Software lässt sich während des Fluges umfassend validieren.


    Der Ansatz bietet den Vorteil, dass für aerodynamische Experimente keine maßgeschneiderten Einwegraketen mehr nötig sind. Die Trägerdrohne Quarterhorse kehrt nach dem Ausklinken zur Basis zurück und steht für weitere Missionen bereit. Ein Nachteil ist jedoch, dass das rund sieben Meter lange Vehikel nach aktuellem Stand ein Einwegprodukt bleibt. Zudem ist die Flugzeit bei Höchstgeschwindigkeit auf wenige Minuten begrenzt, was Langzeittests erheblich erschwert.

    Erste Flüge für 2027 geplant

    Hermeus, das kürzlich mit etwa 1,35 Milliarden US-Dollar (etwa 1,16 Milliarden Euro) bewertet wurde, testet die Triebwerke derzeit in einer speziellen Anlage in Florida. Die ersten integrierten Flugtests des Gesamtsystems sind für das Jahr 2027 angesetzt. Das Projekt wird unter anderem von der Defense Innovation Unit der US-Regierung unterstützt, um den Zugang zu Hochgeschwindigkeitstests nachhaltig zu verbessern.

    Optisch und konzeptionell erinnert das Vorhaben an die Aufklärungsdrohne D-21 und das Trägerflugzeug M-21 aus der Zeit des Kalten Krieges. Hermeus greift das historische Prinzip auf, setzt es jedoch in einem deutlich kleineren Maßstab um. Ob die Technologie im zivilen Sektor dauerhaft Fuß fassen kann, hängt natürlich von den genauen Ergebnissen der kommenden Testflüge ab.

    Wie bewertet ihr das Konzept von fliegenden Startrampen für Hochgeschwindigkeitstests? Teilt eure Gedanken und technischen Einschätzungen gerne mit uns in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Hermeus entwickelt die Testdrohne Ramjet-X für Geschwindigkeiten bis Mach 4
    • Als fliegende Startrampe dient die wiederverwendbare Drohne Quarterhorse
    • Das neue Testvehikel wird bei etwa Mach 3 in der Luft ausgeklinkt
    • Das System soll als kommerzielle Dienstleistung angeboten werden
    • Erste integrierte Flugtests des Gesamtsystems sind für 2027 geplant

    Siehe auch:


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