Huawei & Speicherhersteller CXMT:
Stress unter chinesischen Spionen?

Die Beziehung zwischen dem chinesischen Speicherhersteller CXMT und Chinas Vorzeige-Technologiekonzern Huawei hat sich zuletzt offenbar massiv verschlechtert. Huawei soll laut Gerüchten aus der Branche Betriebsgeheimnisse von CXMT "gestohlen" haben.
Smartphone, Logo, Notebook, Laptop, Design, Huawei, Support, Geschäft, Store, Laden, Flagship Store, Einzelhandelsgeschäft
Huawei

    Chinas Tech-Größen beklauen sich untereinander

    Huawei und anderen chinesischen Unternehmen wurde in der Vergangenheit bereits vielfach die unrechtmäßige Aneignung von Informationen zu Produkten und Technologien anderer Firmen vorgeworfen. Jetzt wurde ein besonderer Fall bekannt, laut dem sich Huawei umfangreiche Daten zu den beim chinesischen Speicherhersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) verwendeten Technologien verschafft und diese an ein konkurrierendes Unternehmen weitergegeben haben soll.

    Angeblich gab es eine Art Kooperation zwischen Huawei und CXMT, bei der es um die Entwicklung von Anlagen ging, die zur Prüfung von Produkten einer Tochterfirma des Speicherherstellers dienten. Huawei soll während der Kooperation alle relevanten Daten zu den von CXMT durchgeführten Prüfungen kopiert und dann an eine Drittfirma namens Fujian Jinhua weitergegeben haben, an der Huawei selbst beteiligt ist.


    Keine Rabatte auf Speicher mehr für Huawei

    CXMT wurde später auf das Vorgehen des angeblichen Partners aufmerksam und reagierte offenbar alles andere als begeistert. Laut Berichten aus China und Taiwan soll es unter anderem Treffen von ranghohen Managern von CXMT und Huawei-Gründer Ren Zhengfei gegeben haben, bei denen die Aktion zur Sprache kam und von Seiten des Speicherherstellers massiv kritisiert wurde.

    Mittlerweile soll CXMT als Reaktion auf den "Datendiebstahl" durch Huawei entschieden haben, dass der Elektronikkonzern keinerlei weitere Rabatte auf Speicherprodukte mehr erhalten soll. Für Huawei bedeutet dies, dass man gerade in der aktuellen Zeit der extrem stark gestiegenen Speicherpreise keine Nachlässe von CXMT bei der Beschaffung von DRAM- und NAND-Speicher bekommt und somit deutlich höhere Preise zahlen muss.

    CXMT muss im Gegenzug allerdings auch hinnehmen, dass die zuvor extrem gute Beziehung zu seinem bisher größten Kunden massiv beeinträchtigt wurde. Angeblich war Huawei zuletzt der Hauptabnehmer von CXMT und kaufte rund 60 Prozent der gesamten Produktionsmengen des Unternehmens auf. Beobachter gehen davon aus, dass die beiden von staatlicher Seite stark geförderten Unternehmen sich in ihrer aktuellen Auseinandersetzung letztlich einigen werden - gegebenenfalls auf Druck der chinesischen Regierung.

    Zusammenfassung
    • Huawei soll sensible Daten vom Speicherhersteller CXMT gestohlen haben
    • Die kopierten Informationen wurden an ein Konkurrenzunternehmen geleitet
    • Als Strafe streicht der Chiphersteller CXMT alle Rabatte für Huawei
    • Für den Elektronikkonzern Huawei verteuert sich der Speicherbezug nun
    • Huawei war bisher mit rund 60 Prozent Abnahme der größte Kunde von CXMT
    • Beobachter erwarten eine Einigung auf Druck der chinesischen Regierung

    Siehe auch:
    Jetzt einen Kommentar schreiben


    Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
    Tipp einsenden
    ❤ WinFuture unterstützen
    Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!