Die sind doch nicht dicht: Dyson setzt Verkauf teurer KI-Zahnbürste aus
Dysons erste smarte "KI-Zahnbürste" mit Kamera sollte die Dentalpflege revolutionieren, doch kurz nach dem Verkaufsstart verschwand das teure Gerät plötzlich aus den Regalen. Käufer klagen über Defekte, der Hersteller nannte nun die Ursache.
Das Gerät kombiniert klassische Zahnreinigung mit einer Makrokamera und einem System, das auf 470.000 Dentalbildern trainiert wurde. Die künstliche Intelligenz soll Lücken erkennen, sodass die Zahnbürste gezielt Mundspülung aus einem 12,5 Milliliter fassenden Tank in die Zwischenräume spritzen kann.
Die Dyson CameraJet Schallzahnbürste mit Munddusche hat sich auch innen 'geduscht'
Mittlerweile hat das Unternehmen aber eingeräumt, dass ein Prozessfehler bei einer Produktionscharge der Düsenschläuche zu möglichem Wasseraustritt im Inneren der CameraJet führen konnte, der die Funktion einer kleinen Anzahl von Geräten beeinträchtigte. Kyle Wiens, CEO des Reparaturunternehmens iFixit, vermutet laut Wired Fehler bei den Toleranzen der Bauteile oder beim Aushärten der Klebstoffe.
Inzwischen produziert der Hersteller die Zahnbürste nach eigenen Angaben wieder in vollem Umfang und beliefert seine Vertriebspartner. Das Unternehmen sieht den Bereich der Mundpflege als wichtige neue Kategorie für die Zukunft, in der weitere Produkte geplant sind. Allerdings ist für die Käufer zu hoffen, dass diese nicht eines Tages sagen werden: "Die sind doch nicht ganz dicht".
Habt ihr schon Erfahrungen mit smarten Zahnbürsten gesammelt oder bleibt ihr lieber beim klassischen Modell? Teilt eure Gedanken und Erwartungen zu Dysons neuem Vorstoß gerne in den Kommentaren!
Siehe auch:
Fehlstart für smarte Zahnbürste
Anfang September brachte Dyson nach sechs Jahren Entwicklungszeit seine erste smarte Zahnbürste auf den Markt. Schon wenige Wochen später verschwand das Gerät jedoch wieder aus den Regalen. Die für 479 Euro angebotene CameraJet ist in den USA, Großbritannien und Frankreich derzeit aber nicht mehr lieferbar. Zahlreiche Käufer berichteten von plötzlichen Defekten kurz nach der Inbetriebnahme.Das Gerät kombiniert klassische Zahnreinigung mit einer Makrokamera und einem System, das auf 470.000 Dentalbildern trainiert wurde. Die künstliche Intelligenz soll Lücken erkennen, sodass die Zahnbürste gezielt Mundspülung aus einem 12,5 Milliliter fassenden Tank in die Zwischenräume spritzen kann.
Die Dyson CameraJet Schallzahnbürste mit Munddusche hat sich auch innen 'geduscht'
Wasser im Batteriegehäuse
Soweit jedenfalls die Theorie, denn die Praxis sah zunächst ganz anders aus. Wie Bloomberg berichtet, meldeten Käufer kurz nach dem Verkaufsstart in sozialen Netzwerken reihenweise Fehlfunktionen. Zudem gab es Berichte über Überhitzung, Oxidation und Wasser im Batteriefach. Teilweise versagten die Zahnbürsten schon nach den ersten Sekunden der Nutzung komplett ihren Dienst. Zunächst sprach der Hersteller lediglich von Lieferengpässen sowie einem nicht näher benannten Bauteilproblem bei einer kleinen Anzahl früher Chargen.Mittlerweile hat das Unternehmen aber eingeräumt, dass ein Prozessfehler bei einer Produktionscharge der Düsenschläuche zu möglichem Wasseraustritt im Inneren der CameraJet führen konnte, der die Funktion einer kleinen Anzahl von Geräten beeinträchtigte. Kyle Wiens, CEO des Reparaturunternehmens iFixit, vermutet laut Wired Fehler bei den Toleranzen der Bauteile oder beim Aushärten der Klebstoffe.
Produktion läuft wieder an
Die Angelegenheit kann wohl am besten mit "Fail" zusammengefasst werden. Das Unternehmen isolierte die betroffenen Chargen, was zu dem Verkaufsstopp führte. Man entschuldigte sich bei den Kunden. Einige frühe Käufer berichteten, dass der Kundenservice ihnen einen Batterietausch anbot. Ein Käufer aus Birmingham erhielt ein Ersatzgerät, das jedoch nur etwa eine Minute hielt, und nannte den Kundenservice den schlechtesten, den er je erlebt habe.Inzwischen produziert der Hersteller die Zahnbürste nach eigenen Angaben wieder in vollem Umfang und beliefert seine Vertriebspartner. Das Unternehmen sieht den Bereich der Mundpflege als wichtige neue Kategorie für die Zukunft, in der weitere Produkte geplant sind. Allerdings ist für die Käufer zu hoffen, dass diese nicht eines Tages sagen werden: "Die sind doch nicht ganz dicht".
Habt ihr schon Erfahrungen mit smarten Zahnbürsten gesammelt oder bleibt ihr lieber beim klassischen Modell? Teilt eure Gedanken und Erwartungen zu Dysons neuem Vorstoß gerne in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Dysons neue Zahnbürste CameraJet wurde wegen Defekten vorerst gestoppt
- Das 479 Euro teure Modell nutzt eine Kamera und KI zur Zahnreinigung
- Kunden beklagten rasche Ausfälle durch eindringendes Wasser im Gehäuse
- Laut Hersteller führte ein Produktionsfehler zu undichten Schläuchen
- Nach Behebung der Mängel läuft die Fertigung der Bürste nun wieder an
Siehe auch:
- 479 € fürs Zähneputzen: Dysons irre Zahnbürste filmt eure Zahnlücken
- Dune-Sandwurm lässt grüßen: Dyson stellt neuen Handventilator vor
- PencilWash: Dyson enthüllt neuen Bodenreiniger ganz ohne Saugkraft
- OnTrac: Dyson bringt ANC-Kopfhörer ohne Luftfilter, mit Wechsel-Dekor
- Dyson macht schnödes Staubsaugen zum Augmented-Reality-Spiel
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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