Speicher bald günstiger? Analysten senken Prognose für Samsung & Co.

Erste Analysten gehen davon aus, dass das gigantische Wachstum im Markt für Speicherprodukte bald an seine Grenzen stößt. Eine der größten Banken Südkoreas hat deshalb ihre Prognosen für die Aktien­kurse von Samsung und SK Hynix stark nach unten korrigiert.
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    Großbank BNK senkt Prognosen für Samsung & SK Hynix

    Der Investment-Arm der südkoreanischen Großbank BNK hat die Prognosen für den weiteren Anstieg der Aktienkurse der beiden heimischen Speichergiganten erheblich gesenkt. Weil sich allmählich eine Sättigung in Sachen Speichernachfrage abzeichnet, auch weil die großen Anbieter von Diensten aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz inzwischen an effizienteren Sprachmodellen arbeiten, soll die Nachfrage nach Meinung der Analysten von BNK Investment & Securities langsam abflachen.

    Während andere Finanzanalysten noch davon ausgehen, dass die Aktienkurse von Samsung und SK Hynix gegenüber ihren aktuellen Werten noch einmal um rund 25 bis 50 Prozent zulegen dürften, gibt man sich bei BNK deutlich weniger zuversichtlich.

    Kurswachstum stößt an seine Grenzen

    So haben die Analysten der Großbank ihre Prognose für den Aktienkurs von Samsung auf 270.000 Won und die Erwartung für den Kurs von SK Hynix auf 1,48 Millionen Won pro Aktie reduziert. Aktuell liegt der Kurs von Samsung bei rund 250.000 Won, während SK Hynix bei rund 1,7 Millionen Won liegt. Demnach wäre bei Samsung noch Raum für ein weiteres Wachstum um rund 10 Prozent, während SK Hynix sogar überbewertet ist.

    Der Grund dafür, dass man bei BNK Investment & Securities die Kaufempfehlung mittlerweile auf "neutral" geändert hat, soll darin bestehen, dass die Speicherpreise an ihre Grenzen kommen. Der Spielraum für eine weitere Steigerung der Nachfrage sei somit zunehmend ausgeschöpft, zitiert das südkoreanische Portal ETNews die Analysten von BNK.


    Weil die Kosten im Markt für Endgeräte immer weiter gestiegen sind und damit die Nachfrage auf Seiten der Verbraucher schrumpft, sinkt auch die Nachfrage durch Hersteller aus dem Markt für Smartphones, PCs und andere Consumer-Electronics. Gleichzeitig würden auch die Betreiber von Servern versuchen, ihrerseits verstärkt Kosten einzusparen, so die Analysten.

    KI-Anbieter unter Preisdruck

    Als weiteren und vielleicht wichtigsten Faktor für seine Herabstufung der Preisziele für die Aktien der beiden weltweit größten Speicherhersteller nennt BNK, dass sich in der KI-Branche zunehmend Preisdruck breitmacht. Weil der Wettbewerb unter den KI-Anbietern zunimmt, sind die Preise bei der Vermarktung von Diensten aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz zuletzt stark gesunken. Pro Token sei der Preis seit Juni bereits um rund die Hälfte zurückgegangen, heißt es.

    Weil das Umsatzwachstum der KI-Anbieter somit ebenfalls abflacht, können diese weniger Geld für neue Chips und die damit ausgestatteten Rechenzentren ausgeben. Firmen wie Google und Meta würden deshalb ihre Strategie weg von einem reinen Wettbewerb um mehr Performance hin zu größerer Kosteneffizienz ändern, während OpenAI und Anthropic anscheinend ihre Entwicklungsarbeit bremsen, um die Kosten im Zaum zu halten.

    RAM-Produktion wird bis Ende 2030 fast verdoppelt

    Gleichzeitig bauen die Speicherhersteller ihre Kapazitäten aktuell weiter aus, wodurch die Nachfrage besser bedient und damit eine Entspannung im Speichermarkt absehbarer wird, heißt es. Bis Ende 2028 werde sich die Produktionskapazität für Arbeitsspeicher wohl um rund 50 Prozent erhöhen, so die Vorhersage von BNK. Bis Ende 2030 werde es dann wohl zu einer Verdopplung gegenüber dem Jahr 2025 kommen.

    Für die Endkunden bedeuten die Vorhersagen von BNK unterdessen, dass die Engpässe bei DRAM- und NAND-Speicher zwar längst nicht überwunden sind, aber in den kommenden Jahren nach einer langen Durststrecke unter Umständen doch wieder mit einer gewissen Entspannung zu rechnen ist, gerade was die enorm hohen Preise angeht.

    Die aktuell von der KI-Branche im Einklang verbreitete Panik wegen einer möglichen Auslöschung der Menschheit durch KI könnte somit auch ein simples Zeichen dafür sein, dass die Wachstumsgrenze erreicht ist und man nun Wege finden muss, die riesigen Investitionen in längerfristige Gewinne zu verwandeln.

    Zusammenfassung
    • Großbank BNK senkt die Kursziele für Samsung und SK Hynix deutlich herab
    • Die weltweite Speichernachfrage flacht laut Experten allmählich wieder ab
    • Starker Preisdruck bei KI-Anbietern verringert Ausgaben für Rechenzentren
    • Höhere Gerätepreise bremsen den Bedarf im klassischen Consumer-Segment
    • Speicherkapazitäten sollen sich bis Ende des Jahres 2030 fast verdoppeln
    • Endkunden dürfen künftig auf sinkende Speicherpreise im Handel hoffen

    Siehe auch:


    Samsungs Aktienkurs in Euro
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