Katastrophe bleibt aus: KI schafft bislang mehr Jobs als sie vernichtet

Der Einsatz von KI-Technologien vernichtet bislang offenbar deutlich weniger Arbeitsplätze, als vielfach befürchtet. Es gibt eher einen gegenteiligen Effekt: Es entstehen insgesamt aktuell eher mehr Jobs.
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    Bauprojekte suchen Arbeiter

    Im August entstanden in der US-amerikanischen Wirtschaft 162.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote bei lediglich 4,1 Prozent lag. Auch junge Beschäftigte, die häufig als besonders gefährdet durch KI gelten, zeigen sich auf dem Arbeitsmarkt bislang erstaunlich robust. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Wirtschaftsblattes The Economist hervor.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass die Technologie keine Auswirkungen hat. In einigen Bereichen werden durchaus bereits Stellen abgebaut. Die Beschäftigung im Kundenservice ist seit Januar 2023 um rund zehn Prozent gesunken, bei Sekretariats- und Verwaltungsberufen beträgt der Rückgang etwa 15 Prozent. Unternehmen wie Microsoft und Meta reduzieren ihre Belegschaften im Zuge des Umbaus auf KI, während auch kleinere Firmen zunehmend Aufgaben durch Software erledigen lassen. Nach Angaben der Arbeitsmarktberatung Challenger, Gray & Christmas wurden in den USA in diesem Jahr durchschnittlich rund 16.000 KI-bedingte Stellenstreichungen pro Monat angekündigt.


    Im Vergleich zum gesamten Arbeitsmarkt fallen diese Zahlen jedoch relativ gering aus. Unternehmen bauen in einem typischen Monat rund 1,7 Millionen Arbeitsplätze ab. Gleichzeitig entstehen durch den KI-Boom zahlreiche neue Stellen. Besonders deutlich zeigt sich das beim Ausbau der Infrastruktur. Nach Berechnungen von Goldman Sachs fließen inzwischen jährlich rund 500 Milliarden Dollar mehr als 2022 in Chips, Server, Rechenzentren, Kühlsysteme und Energieversorgung.

    Der Bau dieser Infrastruktur benötigt große Mengen an Arbeitskräften: Elektriker, Klimatechniker, Netzingenieure und Servicetechniker werden gesucht. In fünf zentralen Branchen rund um den Rechenzentrums-Ausbau entstanden seit 2023 rund 320.000 zusätzliche Arbeitsplätze, die über den allgemeinen Beschäftigungstrend in Bau und Industrie hinausgehen. Stellenausschreibungen für Rechenzentren haben sich laut der Job-Plattform Indeed innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Zudem liegen die angebotenen Löhne für Installations- und Wartungsarbeiten dort rund 40 Prozent über vergleichbaren Tätigkeiten.

    1 Mio. KI-Jobs

    Auch bei Büroberufen entstehen neue Einsatzfelder. KI-Ingenieure, Datenexperten, auf Kunden spezialisierte Entwickler und KI-Verantwortliche gehören zu den Berufsgruppen, deren Stellenangebote stark zunehmen. Schätzungen gehen inzwischen von rund einer Million KI-spezifischen Arbeitsplätzen in den USA aus.

    Damit zeichnet sich bislang ein gemischtes Bild ab: KI ersetzt Menschen in bestimmten Routinetätigkeiten, schafft aber gleichzeitig neue Jobs und erhöht teilweise die Produktivität bestehender Beschäftigter. Nach Einschätzung von Experten ist die Technologie deshalb bisher eher ein Netto-Arbeitsplatzschaffer als ein Jobvernichter.

    Zusammenfassung
    • Künstliche Intelligenz schafft bisher mehr Jobs als sie vernichtet
    • Im Kundenservice und in der Verwaltung fallen dennoch Stellen weg
    • Milliardeninvestitionen fließen in Server, Chips und Energienetze
    • Der Ausbau von Rechenzentren sorgt für Hunderttausende neuer Jobs
    • Besonders gefragt sind spezialisierte Ingenieure und Datenexperten

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