Peinlicher Patzer: Hannover wählt falsche Microsoft-365-Lizenzen aus

Nur durch Zufall wurde bekannt, dass ein falscher Datenschutz­vertrag die Digitalisierung an Hannovers Schulen stoppt. Zehn­tausende Softwarelizenzen im Wert von über 300.000 Euro sind vorerst unbrauchbar. Der Unterricht läuft mit Alternativen weiter.
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Fehler bei Schul-Software

In Hannover hat die Verwaltung offenbar einen falschen Vertrag mit dem Softwarekonzern Microsoft abgeschlossen. Statt einer speziellen Auftragsverarbeitungsvereinbarung für den Bildungsbereich wurde lediglich ein Standarddokument unterzeichnet.

Dadurch sind rund 75.000 Lizenzen für Microsoft 365 Education im Wert von mehr als 300.000 Euro an über 100 Schulen vorerst nicht nutzbar. Hintergrund sind strenge Vorgaben zum Schutz personenbezogener Daten von Schülern.


Eine korrekte Vereinbarung regelt unter anderem Speicherorte und Zugriffsrechte. Zudem wurde vor dem Kauf keine erforderliche Datenschutzfolgeabschätzung durchgeführt. Ohne passende rechtliche Grundlage ist der Einsatz der Software für Lehrkräfte und Schüler unzulässig.

Folgen für den Schulalltag

Wie die Stadt Hannover mitteilt, wurde der Zugang zur Cloud-Plattform am Dienstagabend vollständig gesperrt. Für Lehrkräfte bedeutet das zusätzlichen Aufwand, da angelegte Kontaktgruppen und Unterrichtsmaterialien vorerst nicht verfügbar sind. Eine interne Arbeitsgruppe untersucht den Vorfall.

Die Einführung der Software sollte Schüler frühzeitig mit verbreiteten Programmen vertraut machen. Gleichzeitig bemühen sich viele europäische Behörden um mehr digitale Souveränität und geringere Abhängigkeit von US-Anbietern. Datenschützer warnen regelmäßig vor Cloud-Diensten mit möglicher Datenverarbeitung außerhalb der EU.

Um den Unterricht fortzuführen, greifen Schulen wieder auf etablierte Systeme wie IServ oder WebWeaver zurück. Diese sind auf den deutschen Schulbetrieb zugeschnitten und speichern Daten auf lokalen Servern. Viele Einrichtungen nutzen sie bereits seit Jahren für Kommunikation und Organisation.

Finanzielle Auswirkungen

Ob das investierte Geld verloren ist, ist offen. Die Lizenzen für Microsoft 365 gelten noch bis September. Die Stadt prüft, ob sich die Verträge nachträglich rechtssicher anpassen lassen. Bis dahin bleibt der Einsatz der Software untersagt.

Wie bewertet ihr den Umgang mit Software-Lizenzen an Schulen? Teilt eure Perspektiven zu dem Vorfall gerne unten in den Kommentaren mit uns!

Was passiert mit den Schuldaten?
Am 21. April 2026 um 18:00 Uhr wurde der Zugang zu Microsoft 365 an den betroffenen Schulen in Hannover komplett deaktiviert. Wer bis dahin seine Unterrichtsmaterialien nicht lokal gesichert hat, kann vorerst nicht mehr darauf zugreifen.

Für IT-Verantwortliche und Lehrkräfte bedeutet dies einen erheblichen Mehraufwand. Kontaktgruppen und Personendaten müssen nun in Ausweichsystemen neu angelegt werden. Ein praktischer Tipp: Nutzen Sie künftig hybride Speicherlösungen, um bei plötzlichen Sperrungen handlungsfähig zu bleiben.
Warum wurde MS 365 gestoppt?
Der Grund ist ein fehlender, spezifischer Vertrag zur Auftragsverarbeitung (DPA). Die Stadt Hannover hat lediglich einen Standardvertrag abgeschlossen. Dieser reicht jedoch für die strengen Datenschutzanforderungen im schulischen Umfeld nicht aus.

Im IT-Alltag zeigt dieser Fall, wie wichtig eine vorab durchgeführte Datenschutzfolgeabschätzung ist. Wäre diese rechtzeitig erfolgt, hätte man den Fehler vor dem Kauf bemerkt. Nun fehlt die rechtliche Grundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Microsoft.
Wie hoch ist der finanzielle Schaden?
Die genauen Zahlen variieren je nach Quelle. Es heißt, dass zwischen 60.000 und 75.000 Lizenzen erworben wurden. Der finanzielle Schaden beläuft sich damit auf rund 324.000 bis 342.000 Euro.

Die erworbenen Ein-Jahres-Lizenzen sind noch bis Anfang September gültig. Die Stadtverwaltung prüft derzeit intensiv, ob die Verträge nachträglich so angepasst werden können, dass die Lizenzen wieder nutzbar werden und das Steuergeld nicht komplett verloren ist.
Welche Alternativen gibt es nun?
Der Schulbetrieb ist glücklicherweise nicht vollständig lahmgelegt. Die Schulen können auf bereits etablierte Plattformen wie IServ oder WebWeaver zurückgreifen. Diese Systeme standen ohnehin zur Verfügung und decken die wesentlichen Anforderungen ab.

Microsoft 365 war als Ergänzung gedacht. Für IT-Admins bedeutet der Rückfall auf bewährte Systeme nun Mehrarbeit. Ein Tipp: Sichern Sie wichtige Konfigurationen künftig regelmäßig lokal, etwa per schnellem Export über Strg + S, um bei Cloud-Ausfällen autark zu bleiben.
Wie konnte dieser Fehler passieren?
Laut Berichten wurden die Lizenzen beschafft, ohne den städtischen Datenschutzbeauftragten im Vorfeld einzubinden. Eine zwingend erforderliche Datenschutzfolgeabschätzung wurde erst nach dem Kauf durchgeführt - ein klassischer Fehler im IT-Projektmanagement.

Die Stadt Hannover hat nun eine Taskforce eingerichtet und ein externes Unternehmen beauftragt, um die internen Abläufe zu prüfen. Ziel ist es, die Prüfprozesse für zukünftige IT-Beschaffungen so zu optimieren, dass solche folgenschweren Fehleinschätzungen vermieden werden.
Zusammenfassung
  • Hannover schloss falschen Datenschutzvertrag mit Microsoft ab
  • Rund 75000 Lizenzen für Microsoft 365 Education sind nicht nutzbar
  • Softwarelizenzen im Wert von über 300000 Euro sind betroffen
  • Eine erforderliche Datenschutzfolgeabschätzung wurde nicht durchgeführt
  • Der Zugang zur Cloud-Plattform wurde am Dienstag vollständig gesperrt
  • Schulen nutzen Alternativen wie IServ oder WebWeaver für den Unterricht
  • Die Stadt prüft, ob sich die Verträge nachträglich anpassen lassen

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