Trump entlässt plötzlich auch Mitglieder des Wissenschaftsrates
US-Präsident Donald Trump hat eine Reihe von Mitgliedern des National Science Board mit sofortiger Wirkung entlassen. Das unabhängige Gremium wacht über die National Science Foundation (NSF), die wichtigste US-Behörde zur Förderung der Grundlagenforschung.
Das National Science Board wurde 1950 gegründet und nimmt innerhalb der US-Regierung eine besondere Rolle ein. Ähnlich einem Aufsichtsrat überwacht es die Arbeit der NSF, legt strategische Leitlinien fest und stimmt über größere Förderentscheidungen aus dem neun Milliarden Dollar umfassenden NSF-Fonds ab. Dazu gehören etwa Investitionen in Forschungsschiffe, Teleskope oder Stationen in der Antarktis. Die NSF finanziert zudem zahlreiche Projekte an Universitäten und Laboren im ganzen Land.
Die Behörde gilt als wichtiger Motor für Innovationen. Mit NSF-Mitteln wurden unter anderem Entwicklungen unterstützt, die später in MRT-Technik, Mobiltelefonen oder der Augenlaser-Behandlung LASIK Anwendung fanden. Auch die Sprachlern-App Duolingo erhielt in ihrer Anfangsphase Unterstützung. Das Board solle sicherstellen, dass wissenschaftliche Entscheidungen nach höchsten fachlichen Standards getroffen werden.
Mitglieder des Boards werden zwar vom Präsidenten berufen, ihre Amtszeit beträgt jedoch sechs Jahre. Dadurch soll Kontinuität über Regierungswechsel hinweg gewährleistet werden. Genau dieses Prinzip sei nun untergraben worden, kritisierte Marvi Matos Rodriguez, die seit 2022 dem Gremium angehörte. Sie betonte, die Arbeit erfolge zusätzlich zum regulären Beruf häufig an Abenden und Wochenenden. Auch der Physiker Keivan Stassun von der Vanderbilt University bestätigte Entlassungen. Nach seinen Angaben habe rund ein Drittel der Mitglieder entsprechende Schreiben erhalten.
Demokratische Politiker reagierten scharf. Die Abgeordnete Zoe Lofgren sprach von einem weiteren Angriff auf Wissenschaft und Innovation. Das parteiunabhängige Gremium sei geschaffen worden, um die Zukunft der Forschungsförderung sachlich zu begleiten. Die Umbildung reiht sich in weitere Eingriffe der Trump-Regierung in wissenschaftliche Beratungsgremien ein. Auch in Gesundheitsbehörden waren zuletzt komplette Ausschüsse neu besetzt oder aufgelöst worden.
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Angriff auf die Forschung
Nach Angaben betroffener Mitglieder erhielten sie am Freitag standardisierte Schreiben aus dem Präsidialamt, in denen ihnen für ihren Dienst gedankt und ihre Abberufung mit sofortiger Wirkung mitgeteilt wurde, berichtete die Washington Post. Wie viele der insgesamt üblicherweise 25 Mitglieder betroffen sind, ist bislang unklar. Ebenso offen ist, ob und wann die frei gewordenen Sitze neu besetzt werden. Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht zu den Gründen der Entscheidung.Das National Science Board wurde 1950 gegründet und nimmt innerhalb der US-Regierung eine besondere Rolle ein. Ähnlich einem Aufsichtsrat überwacht es die Arbeit der NSF, legt strategische Leitlinien fest und stimmt über größere Förderentscheidungen aus dem neun Milliarden Dollar umfassenden NSF-Fonds ab. Dazu gehören etwa Investitionen in Forschungsschiffe, Teleskope oder Stationen in der Antarktis. Die NSF finanziert zudem zahlreiche Projekte an Universitäten und Laboren im ganzen Land.
Die Behörde gilt als wichtiger Motor für Innovationen. Mit NSF-Mitteln wurden unter anderem Entwicklungen unterstützt, die später in MRT-Technik, Mobiltelefonen oder der Augenlaser-Behandlung LASIK Anwendung fanden. Auch die Sprachlern-App Duolingo erhielt in ihrer Anfangsphase Unterstützung. Das Board solle sicherstellen, dass wissenschaftliche Entscheidungen nach höchsten fachlichen Standards getroffen werden.
Mitglieder des Boards werden zwar vom Präsidenten berufen, ihre Amtszeit beträgt jedoch sechs Jahre. Dadurch soll Kontinuität über Regierungswechsel hinweg gewährleistet werden. Genau dieses Prinzip sei nun untergraben worden, kritisierte Marvi Matos Rodriguez, die seit 2022 dem Gremium angehörte. Sie betonte, die Arbeit erfolge zusätzlich zum regulären Beruf häufig an Abenden und Wochenenden. Auch der Physiker Keivan Stassun von der Vanderbilt University bestätigte Entlassungen. Nach seinen Angaben habe rund ein Drittel der Mitglieder entsprechende Schreiben erhalten.
Streit um Kürzungen
Die Maßnahme fällt in eine Phase wachsender Unsicherheit für die NSF. Bereits im vergangenen Jahr mussten mehr als tausend laufende Forschungszuschüsse gestrichen werden. Zudem hatte die Regierung drastische Kürzungen des Etats vorgeschlagen, die vom Kongress jedoch zurückgewiesen wurden. Für das Haushaltsjahr 2027 sind erneut deutliche Einsparungen vorgesehen.Demokratische Politiker reagierten scharf. Die Abgeordnete Zoe Lofgren sprach von einem weiteren Angriff auf Wissenschaft und Innovation. Das parteiunabhängige Gremium sei geschaffen worden, um die Zukunft der Forschungsförderung sachlich zu begleiten. Die Umbildung reiht sich in weitere Eingriffe der Trump-Regierung in wissenschaftliche Beratungsgremien ein. Auch in Gesundheitsbehörden waren zuletzt komplette Ausschüsse neu besetzt oder aufgelöst worden.
Zusammenfassung
- Trump entlässt Mitglieder des National Science Board mit sofortiger Wirkung
- Das Board überwacht die NSF, die wichtigste US-Behörde für Grundlagenforschung
- Die Betroffenen erhielten standardisierte Schreiben aus dem Präsidialamt
- Rund ein Drittel der üblicherweise 25 Mitglieder soll entlassen worden sein
- Die NSF förderte unter anderem MRT-Technik, Mobiltelefone und LASIK
- Im vergangenen Jahr wurden bereits über 1000 Forschungszuschüsse gestrichen
- Demokratische Abgeordnete kritisierten den Schritt als Angriff auf Wissenschaft
- Die Entlassungen fügen sich in weitere Eingriffe in Beratungsgremien ein
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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