Ex-AMD-Mann erklärt: Deshalb hinkt Intel bei Gaming-CPUs hinterher

AMD dominiert mit seinen Ryzen-Prozessoren aktuell den Gaming-Markt. Intel hinkt in Benchmarks spürbar hinterher. Nun äußert sich der Hersteller zu den Gründen für den Leistungsrückstand. Die eigene Hardware soll auf jeden Fall nicht schuld sein.
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AMD führt im Gaming-Sektor

AMD führt mit seinen Ryzen-Prozessoren der X3D-Serie derzeit die meisten Gaming-Benchmarks an. Für viele Spieler gelten die Modelle mit dem zusätzlichen 3D-V-Cache, wie der Ryzen 7 9800X3D und ehemals der Ryzen 7 7800X3D, als das Maß der Dinge. Konkurrent Intel führt den Markt für Prozessoren zwar immer noch mit großem Vorsprung an, gerät bei der Spieleleistung jedoch zunehmend ins Hintertreffen. In einem Interview nimmt der Halbleiterhersteller nun Stellung zu dem Rückstand. Das Unternehmen sieht die Ursache demnach nicht bei sich und den hauseigenen Chips.

Stattdessen macht Intel fehlende Software-Optimierungen für die Leistungsunterschiede verantwortlich. Moderne PC-Spiele sind hochkomplexe Anwendungen, die auf eine Vielzahl von Hardware-Kombinationen reagieren müssen. Häufig entwickeln Studios Spiele primär für aktuelle Konsolen, in denen Hardware von AMD arbeitet. Bei der anschließenden Portierung auf den PC findet oft keine tiefgehende Anpassung an abweichende Prozessor-Architekturen statt.


Wie Intel-Manager Robert Hallock in einem Interview mit PC Games Hardware erklärt, reicht reine Hardware-Leistung heute nicht mehr aus. Hallock ist aktuell im technischen Marketing bei Intel tätig, arbeitete zuvor aber über ein Jahrzehnt für den Konkurrenten AMD. Laut seinen Aussagen bleiben durch mangelnde Software-Anpassungen zwischen zehn und 30 Prozent der theoretisch möglichen Leistung von Intels Chips ungenutzt. Das betreffe besonders Spiele auf Basis der beliebten Unreal Engine.

Software bremst Hardware

Ein Kernproblem stellt die Hybrid-Architektur von Intel dar, die seit den Prozessoren der Alder-Lake-Generation zum Einsatz kommt. Die Struktur kombiniert schnelle Performance-Kerne mit sparsamen Effizienz-Kernen. Wenn das Betriebssystem oder die jeweilige Spiele-Engine die anfallenden Rechenaufgaben nicht optimal zuweist, sinkt die Leistung. In der Vergangenheit schalteten Spieler die Effizienz-Kerne im BIOS daher sogar teilweise komplett ab, um Ruckler bei der Zuteilung zu vermeiden.

AMD wählt bei seinen Prozessoren der X3D-Serie einen anderen Weg und verbaut einen massiv vergrößerten L3-Cache. Der gestapelte Zwischenspeicher fängt ineffiziente Software-Programmierung gewissermaßen mit reiner Hardware-Gewalt auf. Spieldaten liegen näher an den Rechenkernen, was die Latenz reduziert. Intel plant als Reaktion, künftige CPU-Generationen ebenfalls mit mehr Cache auszustatten, um unabhängiger von externen Entwicklern zu werden.

Intels Strategie

Die hybride Strategie von Intel bringt Vor- und Nachteile mit sich. Während der Aufbau bei Multitasking und reinen Rechenanwendungen extrem effizient arbeitet, erfordert er im PC-Gaming einen hohen Anpassungsaufwand. Technologien wie der sogenannte Thread Director sollen die Verteilung von Aufgaben zwischen den Kernen weiter optimieren. Dennoch bleibt die starke Abhängigkeit von gut programmierter Software für das Unternehmen vorerst wohl bestehen.

Wie bewertet ihr die Aussagen zur Software-Optimierung? Könnte da etwas dran sein, oder schiebt Intel die Verantwortung nur auf andere ab? Teilt eure Gedanken zu dem Thema gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • AMD dominiert mit Ryzen-X3D-Prozessoren Gaming-Benchmarks deutlich
  • Intel sieht fehlende Software-Optimierungen als Grund für den Rückstand
  • Laut Intel bleiben zehn bis dreißig Prozent der Chipleistung ungenutzt
  • Intels Hybrid-Architektur erfordert optimale Aufgabenverteilung im System
  • AMDs großer L3-Cache kompensiert ineffiziente Software per 'Hardware-Gewalt'
  • Intel plant künftig mehr Cache, um von Entwicklern unabhängiger zu werden
  • Der Thread Director soll die Kernzuweisung bei Intel weiter optimieren

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