Subnautica 2: Publisher fragt ChatGPT um Rat, blamiert sich vor Gericht

Ein Gericht zwingt Krafton, den gefeuerten CEO des Entwicklers Unknown Worlds wiedereinzusetzen. Gerichtsakten belegen, dass der Konzernchef KI nutzte, um vertragliche Boni in Millionenhöhe zu umgehen und die Kontrolle über das Projekt zu erlangen.
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Unknown Worlds

Gerichtsurteil: Subnautica-Chef kehrt zurück

Im Rechtsstreit um die Zukunft des Survival-Spiels Subnautica 2 hat der Publisher Krafton eine krachende Niederlage erlitten. Ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware ordnete an, dass Ted Gill, der ehemalige CEO des Entwicklerstudios Unknown Worlds, mit sofortiger Wirkung wieder in sein Amt eingesetzt werden muss. Die Richter sahen die fristlose Kündigung als rechtswidrig an.

Der Konflikt zwischen dem südkoreanischen Publisher und dem Gründer des Studios entzündete sich an den Entwicklungsfortschritten von Subnautica 2. Krafton hatte das Studio im Jahr 2021 für 500 Millionen Dollar (etwa 433 Millionen Euro) übernommen. Verträge sicherten dem Entwicklerteam bei Erreichen bestimmter Meilensteine hohe Boni zu, die aber durch die Kündigung der gesamten Führungsriege gestrichen werden sollten.


Wie 404 Media berichtet, kamen während des Prozesses interne Dokumente ans Licht. Demnach setzte der Chef von Krafton den Chatbot ChatGPT ein, um eine Strategie für eine Übernahme des Studios zu entwickeln und die Bonuszahlung zu umgehen - parallele Warnungen der Anwälte wurden indes ignoriert. Dadurch sollte die Auszahlung von zusätzlichen 250 Millionen Dollar in Aktien und Bargeld dauerhaft verhindert werden.

Wurzeln in der Modding-Szene

Die Geschichte von Unknown Worlds begann im Jahr 2001 fernab von kommerziellen Ambitionen. Damals startete das kleine Team mit der Entwicklung einer Modifikation für den Shooter Half-Life, die unter dem Namen Natural Selection bekannt wurde. Der kommerzielle Durchbruch gelang dem Studio jedoch erst viele Jahre später mit dem ersten Teil von Subnautica.

Das Unterwasser-Survival-Spiel faszinierte Millionen Spieler weltweit und verkaufte sich bis heute über sechs Millionen Mal. Nach dem großen finanziellen Erfolg des Erstlingswerks und der Erweiterung Subnautica Below Zero weckte das unabhängige Team schnell das Interesse großer Konzerne. Krafton griff zu und sicherte den Mitarbeitern nach der Übernahme weitreichende kreative Freiheiten zu.

Das Gerichtsurteil belegt nun, dass das in der Praxis nicht der Fall war. Die Richter rügten das Vorgehen des Publishers als klaren Vertragsbruch. Krafton habe gezielt versucht, die kreative Leitung auszubooten, um die vollständige Kontrolle über die Marke zu übernehmen und eigene Monetarisierungspläne durchzusetzen.

Zukunft der Unterwasserwelt

Mit der Rückkehr von Ted Gill an die Spitze von Unknown Worlds erhoffen sich Fans nun wieder mehr Stabilität für die Entwicklung von Subnautica 2. Das Spiel soll im kommenden Jahr in eine frühe Testphase starten und erstmals einen kooperativen Mehrspielermodus für bis zu vier Personen bieten. Krafton prüft das Urteil derzeit auf rechtliche Fehler - hoffentlich (aus Sicht des Publishers jedenfalls) nicht per ChatGPT.

Was haltet ihr von den harten Praktiken großer Publisher bei Übernahmen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Gericht in Delaware setzt gefeuerten CEO Ted Gill wieder in sein Amt ein
  • Krafton übernahm Unknown Worlds im Jahr 2021 für 500 Millionen Dollar
  • Kraftons Chef nutzte ChatGPT, um Bonuszahlungen gezielt zu umgehen
  • Warnungen der eigenen Anwälte wurden vom Konzernchef schlicht ignoriert
  • Boni in Höhe von 250 Millionen Dollar sollten dauerhaft gestrichen werden
  • Das Gericht rügte Kraftons Vorgehen als klaren und groben Vertragsbruch
  • Subnautica 2 soll künftig einen kooperativen Mehrspielermodus enthalten

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