Nach Sitzheizungs-Debakel:
Abo-Features für BMW weiter aktuell

Der Autobauer BMW hält trotz früherer Kritik am Konzept kos­ten­pflich­ti­ger Zusatzfunktionen fest und setzt weiterhin auf di­gi­ta­le Dienste nach dem Fahrzeugkauf. Erste Vorstöße in diese Rich­tung hatte man nach starken Protesten beendet.
Forschung, Elektromobilität, BMW, Wasserstoff, BMW iX5 Hydrogen

Geschäftsmodell wandelt sich

Hintergrund für die Planungen ist ein Wandel im Geschäftsmodell der gesamten Autobranche: Während Hersteller früher vor allem durch Wartung und Service verdienten, zwingt die zunehmende Verbreitung von Elektroautos mit geringerem Instandhaltungsbedarf die Unternehmen dazu, neue Einnahmequellen zu erschließen.

Für Aufsehen sorgte BMW hier in der Vergangenheit mit kostenpflichtig freischaltbaren Sitzheizungen, die über ein monatlich zahlbares Abo finanziert wurden. Obwohl BMW nach heftigen Reaktionen von Kunden teilweise zurückruderte, bleibt die grundsätzliche Strategie bestehen. Über die Plattform ConnectedDrive sollen weiterhin Funktionen und Services nachträglich aktiviert werden können.


Ein Unternehmenssprecher betonte gegenüber dem Automagazin The Drive, digitale Angebote seien ein zentraler Bestandteil der globalen After-Sales-Strategie. Kunden könnten ihr Fahrzeug so auch nach dem Kauf flexibel an individuelle Wünsche anpassen.

Kunden gewöhnen sich

Die Entwicklung steht im Kontext eines branchenweiten Trends. Tesla etwa hat wiederholt Software-Funktionen nachträglich gegen Bezahlung freigeschaltet und zuletzt stärker auf Abonnements gesetzt. Allerdings müssen zusätzliche Features nicht zwingend als laufende Kostenmodelle angeboten werden: Einige Hersteller verkaufen bestimmte Software-Optionen weiterhin als einmalige Upgrades.

Bei BMW hängt die Preisstruktur davon ab, ob für eine Funktion etwa ein Datenpaket benötigt wird. In solchen Fällen fallen meist wiederkehrende Gebühren an. Laut des Unternehmens hätten sich viele Kunden bereits an entsprechende Abo-Angebote gewöhnt, insbesondere im Bereich vernetzter Dienste.

Auch andere Hersteller verfolgen ähnliche Strategien. Halbautonome Fahrassistenzsysteme werden häufig zunächst testweise angeboten und danach im Abonnement freigeschaltet. Gleichzeitig reicht die Geschichte kostenpflichtiger Zusatzdienste im Auto weit zurück: Schon in den 1990er-Jahren verlangte General Motors Gebühren für sein OnStar-Notrufsystem. Seitdem sind zahlreiche digitale Concierge- und Infotainment-Dienste entstanden - und teilweise wieder verschwunden.

Zusammenfassung
  • BMW hält trotz früherer Kritik an kostenpflichtigen Zusatzfunktionen fest
  • Nach Protesten gegen Abo-Sitzheizungen bleibt grundsätzliche Strategie bestehen
  • Elektroautos zwingen Hersteller zum Erschließen neuer Einnahmequellen
  • Über ConnectedDrive können Kunden Funktionen nachträglich aktivieren
  • Auch andere Autohersteller setzen zunehmend auf digitale Zusatzangebote
  • Preisstruktur hängt davon ab, ob für Funktionen Datenpakete nötig sind
  • Die Geschichte kostenpflichtiger Auto-Zusatzdienste reicht bis in die 1990er-Jahre

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