Wirtschaftsministerin Reiche gefährdet den Solarausbau in Deutschland
Die aktuellen Pläne der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zur Einspeisevergütung gefährden den weiteren Ausbau der Solarenergie in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer-Instituts.
Hintergrund der Analyse sind politische Überlegungen, die feste Einspeisevergütung für kleine Anlagen abzuschaffen und stattdessen eine verpflichtende Direktvermarktung einzuführen. Laut den Forschenden könnte ein solcher Schritt Investitionen in private Solaranlagen massiv bremsen, sofern die Prozesse der Direktvermarktung nicht deutlich vereinfacht werden.
Berechnungen der Studie zeigen, dass Betreiber eine rund 15 Prozent höhere Eigenverbrauchsquote erreichen müssten, um ähnliche wirtschaftliche Ergebnisse wie unter der bisherigen Einspeisevergütung zu erzielen. Dies könnte dazu führen, dass Anlagen kleiner dimensioniert werden oder verfügbare Dachflächen ungenutzt bleiben.
Ein zentrales Problem bei den Planungen des Wirtschaftsministeriums sehen die Autoren im organisatorischen Aufwand: Viele Abläufe in der Direktvermarktung seien bislang nicht ausreichend standardisiert. Als notwendige Voraussetzungen nennen sie unter anderem einen schnelleren Rollout intelligenter Messsysteme (Smartmeter) sowie einen einheitlichen elektronischen Datenaustausch in der Energiewirtschaft.
Die Studie wurde von den Elektrizitätswerken Schönau in Auftrag gegeben. Vertreter des Unternehmens warnen vor negativen Folgen einer schnellen Abschaffung der EEG-Vergütung. Die Autoren vom Fraunhofer ISE selbst betonen jedoch vor allem die Notwendigkeit klarer Rahmenbedingungen, damit kleine PV-Dachanlagen weiterhin einen stabilen Beitrag zur Energiewende leisten können.
Inwiefern diese aber in den Planungen Reiches eine Rolle spielen, ist bislang nicht bekannt. Kritiker befürchten hier aber bereits das Schlimmste. Immerhin war Reiche im Jahr 2012 als Parlamentarische Staatssekretärin bereits maßgeblich an der Fotovoltaik-Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beteiligt, die zur Folge hatte, dass die aufstrebende deutsche Solarindustrie in sich zusammenbrach und zehntausende Arbeitsplätze in dem Bereich wegfielen.
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Wichtiger Anteil am Strommix
Beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat man sich mit der Bedeutung kleiner Fotovoltaik-Dachanlagen bis 30 Kilowattpeak (kWp) für die Energiewende befasst und die möglichen Folgen geplanter Änderungen an der Förderung bewertet. Diese Anlagen tragen mehr als ein Drittel zur gesamten Menge des Solarstroms im deutschen Stromnetz bei.Hintergrund der Analyse sind politische Überlegungen, die feste Einspeisevergütung für kleine Anlagen abzuschaffen und stattdessen eine verpflichtende Direktvermarktung einzuführen. Laut den Forschenden könnte ein solcher Schritt Investitionen in private Solaranlagen massiv bremsen, sofern die Prozesse der Direktvermarktung nicht deutlich vereinfacht werden.
Berechnungen der Studie zeigen, dass Betreiber eine rund 15 Prozent höhere Eigenverbrauchsquote erreichen müssten, um ähnliche wirtschaftliche Ergebnisse wie unter der bisherigen Einspeisevergütung zu erzielen. Dies könnte dazu führen, dass Anlagen kleiner dimensioniert werden oder verfügbare Dachflächen ungenutzt bleiben.
Ein zentrales Problem bei den Planungen des Wirtschaftsministeriums sehen die Autoren im organisatorischen Aufwand: Viele Abläufe in der Direktvermarktung seien bislang nicht ausreichend standardisiert. Als notwendige Voraussetzungen nennen sie unter anderem einen schnelleren Rollout intelligenter Messsysteme (Smartmeter) sowie einen einheitlichen elektronischen Datenaustausch in der Energiewirtschaft.
Rahmenbedingungen zweifelhaft
Die Studie hebt zugleich die bisherige Rolle kleiner Dachanlagen beim Ausbau der erneuerbaren Energien hervor. So lag die neu installierte Leistung im Jahr 2023 bei rund acht Gigawattpeak, während im Jahr 2025 etwa fünf Gigawattpeak hinzugekommen seien. Damit hätten kleine Anlagen maßgeblich zur Erreichung der Ausbauziele beigetragen.Die Studie wurde von den Elektrizitätswerken Schönau in Auftrag gegeben. Vertreter des Unternehmens warnen vor negativen Folgen einer schnellen Abschaffung der EEG-Vergütung. Die Autoren vom Fraunhofer ISE selbst betonen jedoch vor allem die Notwendigkeit klarer Rahmenbedingungen, damit kleine PV-Dachanlagen weiterhin einen stabilen Beitrag zur Energiewende leisten können.
Inwiefern diese aber in den Planungen Reiches eine Rolle spielen, ist bislang nicht bekannt. Kritiker befürchten hier aber bereits das Schlimmste. Immerhin war Reiche im Jahr 2012 als Parlamentarische Staatssekretärin bereits maßgeblich an der Fotovoltaik-Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beteiligt, die zur Folge hatte, dass die aufstrebende deutsche Solarindustrie in sich zusammenbrach und zehntausende Arbeitsplätze in dem Bereich wegfielen.
Zusammenfassung
- Pläne zur Abschaffung der Einspeisevergütung gefährden Solarausbau
- Fraunhofer-Studie warnt vor Bremswirkung bei kleinen PV-Dachanlagen
- Direktvermarktung würde 15 Prozent höhere Eigenverbrauchsquote erfordern
- Fehlende Standardisierung und mangelnde Smartmeter behindern Umstellung
- Kleine Dachanlagen tragen wesentlich zur Erreichung der Ausbauziele bei
- Reiche war bereits 2012 an umstrittener Photovoltaik-Novelle beteiligt
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