Solar- und Wind-Zubau decken globalen Mehrbedarf an Energie komplett

Solar- und Windkraft wachsen in diesem Jahr so rasant, dass sie weltweit den gesamten zusätzlichen Strombedarf der ersten drei Quartale 2025 ausgleichen. Das geht aus neuen Zahlen des Energieanalyse-Instituts Ember hervor.
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Fossile im Minus

Dieses rechnet damit, dass die fossile Stromerzeugung im Gesamtjahr erstmals seit der Pandemie nicht weiter zunimmt. Das wäre ein markanter Wendepunkt im globalen Energiesystem. Der Boom von Wind- und insbesondere Solarenergie übertrifft derzeit sogar das Wachstum des weltweiten Stromverbrauchs.

Laut Ember kletterte die Solarstromproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 498 Terawattstunden (TWh), ein Plus von rund 31 Prozent. Windkraft steuerte zusätzlich 137 TWh bei, ein Zuwachs von 7,6 Prozent. Zusammengenommen lieferten beide Technologien 635 TWh zusätzlichen Ökostrom und damit mehr, als der globale Strombedarf überhaupt zunahm.


Damit stieg der Anteil von Solar- und Windkraft an der weltweiten Elektrizität auf 17,6 Prozent. Insgesamt kamen erneuerbare Quellen inklusive Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie plus Kernkraft auf fast 43 Prozent. Der Anteil fossiler Energien schrumpfte entsprechend auf 57,1 Prozent. Erneuerbare übertrafen 2025 auch erstmals die Stromproduktion aus Kohle.

Die fossile Erzeugung insgesamt stagnierte nicht nur, sie sank in den ersten drei Quartalen leicht um 0,1 Prozent. Verantwortlich dafür ist vor allem die Dynamik in China und Indien. In China ging die fossile Stromerzeugung um 52 TWh zurück, weil wachsende Mengen sauberer Energie den gesamten Mehrbedarf abdeckten. Indien verzeichnete einen Rückgang um 34 TWh, begünstigt durch Rekordzubau bei Solar- und Windkraft sowie durch milderes Wetter.

Solar ganz vorn

Besonders Solarenergie treibt den Wandel. Kein anderer Energieträger legte 2025 so stark zu. Ihr Wachstum übertrifft alle anderen Quellen zusammen deutlich. Nicolas Fulghum, leitender Datenanalyst bei Ember, spricht von einem "strukturellen Umbruch", der zeige, dass fossile Energien vom Wachstumstreiber zum Auslaufmodell würden. China, lange Hauptquelle fossilen Zuwachses, habe die Trendwende eingeleitet.

Der weltweite Stromverbrauch stieg moderat um 2,7 Prozent - deutlich weniger als im Vorjahr, als Hitzewellen in mehreren Weltregionen den Bedarf sprunghaft steigen ließen. Das entlastete die Netze und erleichterte es den erneuerbaren Energien, die Lücke zu schließen.
Zusammenfassung
  • Solar- und Windenergie decken gesamten zusätzlichen globalen Strombedarf
  • Solarstromproduktion stieg um 31 Prozent, Windkraft um 7,6 Prozent
  • Erneuerbare Energien übertrafen 2025 erstmals die Stromproduktion aus Kohle
  • Anteil von Solar- und Windkraft an weltweiter Elektrizität liegt bei 17,6 Prozent
  • In China und Indien ging die fossile Stromerzeugung deutlich zurück
  • Solarenergie zeigt 2025 stärkstes Wachstum aller Energieträger

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