China: Umstieg auf Elektro-LKW geht viel schneller voran als gedacht
China ersetzt seine Diesel-Lkw schneller durch elektrische Modelle als bislang prognostiziert, was erhebliche Auswirkungen auf den globalen Kraftstoffbedarf und die Zukunft des Schwerlastverkehrs haben könnte.
Schwere Lkw sind das Rückgrat moderner Wirtschaftssysteme, gleichzeitig verursachen sie einen erheblichen Teil der CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Allein 2019 entfielen rund ein Drittel der durch den Straßenverkehr verursachten CO2-Emissionen auf den Gütertransport. Lange galt der Schwerlastverkehr als schwer zu dekarbonisieren, da batteriebetriebene Lkw aufgrund schwerer Akkus oft weniger Ladung transportieren können als dieselbetriebene Fahrzeuge. Flüssigerdgas (LNG) wurde deshalb lange als Übergangslösung gesehen.
Die Kosten für Elektro-Lkw sind zwar immer noch zwei- bis dreimal so hoch wie für Dieselmodelle und etwa 18 Prozent teurer als LNG-Fahrzeuge, doch ihre höhere Energieeffizienz kann das über die Lebensdauer mehr als ausgleichen. Zum Ende des Lebenszyklus liegen die Kosten je nach Berechnungsmethode 10 bis 26 Prozent niedriger als beim Diesel-Fahrzeug.
Analysten gehen davon aus, dass die steigenden Verkäufe von Elektro-Lkw den Dieselverbrauch in China bereits merklich senken. Im Juni 2024 sank der Verbrauch auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag, das ist ein Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig verlieren LNG-Lkw an Boden: Nach Spitzen im Jahr 2023 und Frühjahr 2024 gingen die Verkaufszahlen bis Mitte 2025 um rund sechs Prozent zurück.
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Sprunghafte Entwicklung
Während 2020 fast alle neu zugelassenen Lastwagen in China noch mit Diesel betrieben wurden, lag der Anteil batterieelektrischer Lkw in der ersten Hälfte des Jahres 2025 bereits bei 22 Prozent der Neuzulassungen. Das ist auch gegenüber der 9,2 Prozent aus dem Vorjahreszeitraum ein gewaltiger Sprung, wie Daten des Analyseunternehmens Commercial Vehicle World aus Peking laut eines Berichts der Nachrichtenagetur AP zeigen. Im kommenden Jahr werden inszwischen bis zu 60 Prozent als realistisch angesehen.Schwere Lkw sind das Rückgrat moderner Wirtschaftssysteme, gleichzeitig verursachen sie einen erheblichen Teil der CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Allein 2019 entfielen rund ein Drittel der durch den Straßenverkehr verursachten CO2-Emissionen auf den Gütertransport. Lange galt der Schwerlastverkehr als schwer zu dekarbonisieren, da batteriebetriebene Lkw aufgrund schwerer Akkus oft weniger Ladung transportieren können als dieselbetriebene Fahrzeuge. Flüssigerdgas (LNG) wurde deshalb lange als Übergangslösung gesehen.
Die Kosten für Elektro-Lkw sind zwar immer noch zwei- bis dreimal so hoch wie für Dieselmodelle und etwa 18 Prozent teurer als LNG-Fahrzeuge, doch ihre höhere Energieeffizienz kann das über die Lebensdauer mehr als ausgleichen. Zum Ende des Lebenszyklus liegen die Kosten je nach Berechnungsmethode 10 bis 26 Prozent niedriger als beim Diesel-Fahrzeug.
LNG verliert an Boden
Auch die Ladeinfrastruktur wächst rasant. Große Logistikzentren in der Yangtse-Delta-Region sowie Städte wie Peking und Shanghai haben Schnellladestationen entlang wichtiger Routen eingerichtet. Der Batteriehersteller CATL testet zudem ein Tauschsystem für Schwerlast-Akkus, das in Zukunft landesweit ausgebaut werden soll.Analysten gehen davon aus, dass die steigenden Verkäufe von Elektro-Lkw den Dieselverbrauch in China bereits merklich senken. Im Juni 2024 sank der Verbrauch auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag, das ist ein Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig verlieren LNG-Lkw an Boden: Nach Spitzen im Jahr 2023 und Frühjahr 2024 gingen die Verkaufszahlen bis Mitte 2025 um rund sechs Prozent zurück.
Zusammenfassung
- Elektro-LKW-Anteil in China stieg im ersten Halbjahr 2025 auf 22 Prozent
- Schwere LKW verursachten 2019 etwa ein Drittel der CO2-Emissionen im Verkehr
- Trotz höherer Anschaffungskosten sind E-LKWs langfristig 10-26% günstiger
- Ladeinfrastruktur wächst rasant mit Schnellladestationen entlang wichtiger Routen
- Dieselverbrauch in China sank im Juni 2024 um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
- LKW-Umstellung könnte erhebliche Auswirkungen auf globalen Kraftstoffbedarf haben
- Batteriehersteller CATL entwickelt landesweites Tauschsystem für Schwerlast-Akkus
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Christian Kahle
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