Russland will einzigen Flugzeugträger Admiral Kusnezow verschrotten

Russlands einziger Flugzeugträger Admiral Kusnezow steht vor dem Aus: Die russische Marine erwägt die Verschrottung des seit Jahren reparaturbedürftigen Pannen-Schiffs. Das Aus des Prestigeprojekts ist ein Symbol für Russlands schwindende maritime Macht.

Schwerer Schlag für Russlands Seemacht

Die russische Marine steht vor einer durchaus peinlichen Entscheidung: Die Reparatur- und Modernisierungsarbeiten am einzigen Flugzeugträger Admiral Kusnezow wurden nämlich eingestellt. Das Verteidigungsministerium erwägt nun aufgrund des Alters, des Zustands und der steigenden Kosten eine Verschrottung des Schiffs.

Experten warnten die russische Militärführung eindringlich vor einem weiteren Einsatz des Trägers. Bei Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Metallstrukturen unterhalb des dritten Decks stark korrodiert sind. Das genaue Ausmaß der Schäden lässt sich ohnehin nicht herausfinden: Die Lagerräume sind mit schlammigem Wasser gefüllt, was eine detaillierte Inspektion von innen unmöglich macht.

Laut der russischen Zeitung Iswestija (via The War Zone) zeichnet sich damit das Ende der Ära russischer Flugzeugträger ab. Admiral Sergei Awakjanz, ehemaliger Chef der russischen Pazifikflotte, sprach sich öffentlich für die Außerdienststellung aus. Er bezeichnete klassische Flugzeugträger als teuer und ineffizient in modernen Konfliktszenarios und argumentierte, dass unbemannte Systeme und Roboterplattformen die Zukunft seien.

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Vom Prestigeprojekt zum Problemfall

Der Flugzeugträger wurde am 20. Januar 1991 noch von der sowjetischen Marine in Dienst gestellt - nur wenige Monate vor dem Zusammenbruch der UdSSR. Danach ging das Schiff in den Besitz der russischen Marine über und wurde zu deren Flaggschiff. 1995 war der Träger voll einsatzfähig.

Das Schiff trägt den Namen des sowjetischen Admirals Nikolai Gerassimowitsch Kusnezow, der von 1939 bis 1947 und erneut von 1951 bis 1955 als Flottenkommandant diente. Ursprünglich sollte der Träger "Riga" heißen, wurde aber 1982 zu Ehren des Admirals umbenannt. Mit einer Länge von 305 Metern und einer Verdrängung von etwa 60.000 Tonnen ist die Admiral Kusnezow deutlich kleiner als moderne US-amerikanische Superträger der Nimitz-Klasse.

Anders als westliche Träger, die Nuklearantriebe oder Gasturbinen nutzen, wird die Admiral Kusnezow von einem konventionellen Antrieb mit Masut-Treibstoff angetrieben. Das macht die Kusnezow auch nicht gerade unauffällig, denn es führt zu einer deutlich sichtbaren schwarzen Rauchspur, wo immer das Schiff fährt.

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Die Admiral Kusnezow verfügt über ein ungewöhnliches Design: Sie kombiniert Eigenschaften eines Flugzeugträgers mit denen eines Kreuzers. An Bord befinden sich zwölf Granit-Anti-Schiff-Raketen, was bei westlichen Trägern unüblich ist. Das Flugdeck ist mit einer Sprungschanze ausgestattet, da das Schiff über keine Dampfkatapulte verfügt - eine Technologie, die Russland nie vollständig beherrschte.

Die Luftgruppe besteht typischerweise aus etwa 20 bis 30 Flugzeugen, hauptsächlich Suchoi Su-33 Jagdflugzeuge und Kamow Ka-27 Hubschrauber. Zum Vergleich: US-amerikanische Superträger können bis zu 90 Flugzeuge transportieren. Die begrenzte Kapazität und die technischen Einschränkungen machten die Admiral Kusnezow von Beginn an zu einem intern umstrittenen Projekt.

Bereits in der Vergangenheit war das Schiff von Pannen geplagt: So brach gleich mehrmals ein Feuer an Bord aus, 2018 wurde der Träger durch einen umgefallenen Kran schwerbeschädigt.

Was haltet ihr von der möglichen Verschrottung der Admiral Kusnezow? Teilt eure Gedanken zur Zukunft der russischen Marine in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Russlands einziger Flugzeugträger, Admiral Kusnezow, steht vor Verschrottung
  • Reparaturarbeiten wurden wegen Korrosion und hoher Kosten eingestellt
  • Experten warnen vor weiteren Einsätzen des stark beschädigten Schiffs
  • Das am 20. Januar 1991 in Dienst gestellte Schiff war von Pannen geplagt
  • Anders als US-Träger nutzt die Kusnezow konventionellen Treibstoff
  • Das Schiff kombiniert ungewöhnliche Eigenschaften von Trägern und Kreuzern
  • Das Ende des Flaggschiffs symbolisiert Russlands schwindende maritime Macht

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