Was China bei Solar gemacht hat, wird nun mit Windkraft wiederholt

China hat in den letzten Jahren die Installation von Photovoltaik auf die Spitze getrieben. Nun soll die Windkraft folgen. Die ohnehin schon recht hohe Ausbaurate soll in den kommenden Jahren verdoppelt werden.
Energie, Stromversorgung, Strom, Umwelt, Umweltschutz, ökostrom, Windkraft, Stromnetz, Stromerzeugung, Umweltfreundlich, Windenergie, wind, Windkraftanlage, Windenergieanlage, Windanlage

120 Gigawatt Zubau pro Jahr

Wie Vertreter von mehr als tausend Unternehmen der Windkraftbranche in einer Erklärung bekannt gaben, soll die jährliche Installation neuer Windturbinen zwischen 2026 und 2030 auf mindestens 120 Gigawatt (GW) steigen, berichtet die in Hongkong erscheinende South China Morning Post. Damit würde sich das aktuelle Ausbautempo im Vergleich zu den Jahren 2020 bis 2024 verdoppeln, in denen im Schnitt rund 60 GW pro Jahr ans Netz gingen.

Das Ziel unterstreicht Chinas neuen Anspruch, die Energiewende nicht nur national, sondern auch global anzuführen. Bereits heute verfügt das Land über die größte installierte Windkraftkapazität der Welt. Bis 2030 soll diese auf 1300 GW installierter Leistung anwachsen, das ist mehr als doppelt so viel wie die derzeitige Gesamtkapazität von 580 GW, meldet die Nationale Energiebehörde (NEA).


"Chinas reiche Windressourcen bieten enorme Chancen für nachhaltige Entwicklung", heißt es in dem Branchenpapier. Der beschleunigte Ausbau solle dazu beitragen, dass der Energiesektor eine Vorreiterrolle beim Erreichen der Klimaneutralität einnimmt.

Beobachter werten das Ziel als ausgesprochen ehrgeizig. "Diese Vorgaben sind bemerkenswert hoch und übertreffen deutlich die derzeitigen internationalen Prognosen", kommentierte Chim Lee, leitender Analyst der Economist Intelligence Unit. Die ambitionierten Pläne seien ein Signal an die Regierung, den Ausbau mit klaren politischen Rahmenbedingungen zu unterstützen.

Alles oder nichts

Hintergrund der Erklärung ist eine Phase gewisser Unsicherheit: Neue Strompreisreformen in China haben die Rentabilität von Windkraft-Projekten, insbesondere im kostenintensiven Offshore-Bereich, zuletzt geschmälert. Die Branche fordert deshalb einerseits gezielte Fördermaßnahmen, um das Wachstumstempo zu sichern. Ein Branchenvertreter brachte die neue Ausgangslage aber auch so auf den Punkt: Entweder man hört jetzt auf oder geht erst recht in die Vollen, damit es sich am Ende auch lohnt.

China, der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen, hat sich verpflichtet, den CO₂-Ausstoß bis 2030 zu senken und bis 2060 klimaneutral zu werden. Laut Umfragen unter Energieexperten könnte das Zwischenziel bereits vorzeitig erreicht werden. Der jüngste Boom in der Produktion sauberer Energie untermauert diesen Trend: 2024 erzeugte das Land rund 3460 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen, das sind fast 40 Prozent mehr als noch 2021.

Ende September hatte Peking zudem seine langfristigen Klimaziele verschärft: Bis 2035 soll die kombinierte installierte Leistung aus Wind- und Solaranlagen auf 3600 GW steigen, was mehr als dem Sechsfachen des Niveaus von 2020 entspricht. Zugleich soll dann über 30 Prozent des Strombedarfs aus sauberer Energie gedeckt werden.

Zusammenfassung
  • Chinas Windkraft-Installation soll zwischen 2026 und 2030 auf 120 GW jährlich steigen
  • Verdopplung des bisherigen Ausbautempos von 60 GW pro Jahr angestrebt
  • Installierte Windkraftkapazität soll bis 2030 auf 1300 GW anwachsen
  • Branche fordert klare politische Rahmenbedingungen für ambitionierte Ziele
  • Strompreisreformen haben Rentabilität von Windkraftprojekten geschmälert
  • China will CO₂-Ausstoß bis 2030 senken und bis 2060 klimaneutral werden
  • Bis 2035 soll kombinierte Wind- und Solarleistung auf 3600 GW anwachsen

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Bluetti AC200Max im Preisvergleich
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!