Ukraine baut aus Kleinflugzeug-Bausätzen Kamikaze-Bomberdrohnen

Das 14. Regiment der ukrainischen Drohnenstreitkräfte wandelt handelsübliche Ultraleichtflugzeuge in ferngesteuerte Bomber um. Die "Horynych"-Drohnen erreichen Ziele tief in Russland und sollen bereits Schäden in Milliardenhöhe verursacht haben.
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Gero.d / CC BY 3.0

Ultraleichtflugzeuge werden zu Kampfdrohnen

Die ukrainischen Streitkräfte haben eine unkonventionelle Methode entwickelt, um zivile Ultraleichtflugzeuge in ferngesteuerte Bomber zu verwandeln. Das 14. Regiment der Drohnenstreitkräfte nutzt dabei kommerziell erhältliche SkyRanger-Bausätze, die in geheimen Einrichtungen zu unbemannten Kampfdrohnen umgerüstet werden.

Ein ehemaliger Geschäftsmann mit dem Rufzeichen "Horynych" (via Babel) leitet diese Einheit, die nach eigenen Angaben bereits 78 von 102 gestarteten Missionen erfolgreich abgeschlossen haben soll. Ukraine Kleinflugzeuge DrohnenUmbau der SkyRanger-Bausätze in einer geheimen Einrichtung Die modifizierten Flugzeuge transportieren eine OFAB-100-120 Sprengbombe, zwei 120-mm-Minen sowie einen thermobarischen Sprengkörper. Nach dem Abwurf der Munition führt das Flugzeug einen Kamikaze-Angriff durch, bei dem der verbleibende Sprengkörper sowohl das Ziel als auch die Bordsysteme zerstören soll.

Technische Herausforderungen bei der Fernsteuerung

Die größte technische Hürde stellte die Kommunikation zwischen den Drohnen und dem Kontrollzentrum dar. Während der Autopilot grundsätzlich autonome Missionen durchführen kann, führen Ungenauigkeiten im Träg­heits­na­vi­ga­tions­sys­tem zu Kursabweichungen. Die Lösung brachte ein Sa­tel­li­ten­kom­mu­ni­ka­tions­sys­tem, das vom Kommandeur der spezialisierten Drohneneinheit vorgeschlagen wurde. Ukraine Kleinflugzeuge DrohnenBewaffnung der Leichtflugzeuge für den unbemannten Einsatz Die umgebauten Flugzeuge sind darauf ausgelegt, große Entfernungen in niedriger Flughöhe zurückzulegen, um der Radarerfassung zu entgehen. Dabei sollen sie militärisch-industrielle Ziele in verschiedenen Regionen Russlands angreifen können.

Angriff auf russische Rüstungsproduktion

Ein dokumentierter Einsatz fand in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober statt. Ein "Horynych"-Bomber flog nach ukrainischen Angaben fast tausend Kilometer bis nach Dzerzhinsk, einer Industriestadt nahe Nischni Nowgorod. Ziel war das Werk Jakow Swerdlow der russischen Staatsgesellschaft Rostec, in dem rund 5000 Arbeiter Sprengstoff produzieren und in Fliegerbomben für die russische Luftwaffe einfüllen sollen.

Der erste Bomber überquerte dabei die Frontlinie sowie russische Luftabwehrsysteme. Zehn Minuten später folgte ein zweiter Bomber. Am darauffolgenden Tag startete die Einheit sieben weitere Bomber von einem anderen Flugplatz.

Kommandeur "Horynych" behauptet, seine Einheit habe Schäden in Höhe von drei bis fünf Milliarden Dollar verursacht. Diese Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig verifizieren. Die Bomber-Drohnen sollen neben Fabriken und Arsenalen auch Anlagen der russischen Öl- und Gasindustrie ins Visier nehmen.

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Zusammenfassung
  • Regiment wandelt SkyRanger-Bausätze zu Kampfdrohnen namens 'Horynych' um
  • Die Drohnen tragen Sprengbomben, Minen und thermobarische Sprengkörper
  • Satellitenkommunikationssystem überwindet Navigationsprobleme der Drohnen
  • Die Flugzeuge fliegen tief und können Ziele tief in Russland erreichen
  • Dokumentierter Angriff auf Rostec-Werk erfolgte am 5. Oktober aus 1000 km
  • Ukrainische Einheit behauptet Schäden in Milliardenhöhe verursacht zu haben
  • Ziele umfassen militärische Anlagen sowie Öl- und Gasindustrie

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