Ukraine zerstört extrem seltenes Laser-Flugzeug aus Sowjet-Zeiten

Ein seltener Schlag gegen Russlands militärische Forschung: Bei einem Angriff wurde das fliegende Laser-Labor A-60 zerstört. Ob die Technik des sowjetischen Anti-Satelliten-Projekts heute noch relevant wäre, ist aber eine andere Frage.

Laser-Labor in Taganrog zerstört

In der Nacht zum 25. November haben ukrainische Streitkräfte einen präzisen Schlag gegen das Berijew-Luftfahrtwerk im russischen Taganrog ausgeführt. Dabei wurde nach übereinstimmenden Berichten ein extrem seltenes Fluggerät zerstört oder zumindest irreparabel beschädigt: die Berijew A-60. Dieses fliegende Labor, basierend auf dem schweren Transportflugzeug Iljuschin Il-76MD, diente als Testplattform für luftgestützte Hochenergiewaffen. Satellitenbilder und Videoaufnahmen zeigten Brände auf dem Vorfeld der Taganrog-Süd-Basis, die als zentrales Testzentrum für russische Spezialflugzeuge gilt.

Die A-60 stellt technisch eine erhebliche Modifikation der Standard-Il-76 dar. Um die enormen Energieanforderungen des Lasersystems zu erfüllen, installierten die Ingenieure in den Fahrwerksgondeln zwei zusätzliche Turbogeneratoren mit einer Leistung von jeweils 2,1 Megawatt. Äußerlich unterscheidet sich die Maschine durch eine wuchtige Bugnase, die das "Ladoga"-Zielradar anstelle der üblichen Navigator-Verglasung beherbergt.

Das Herzstück bildet ein ausfahrbarer Turm auf dem Rumpfrücken, der die eigentliche Laseroptik enthält und das Zielen ermöglicht. Ursprünglich in den Siebzigerjahren konzipiert, sollte das unter dem Code "Dreyf" bekannte System hochfliegende Ballons abschießen und später optische Sensoren von feindlichen Aufklärungssatelliten blenden.

Wie das Fachportal Militarnyi unter Berufung auf Videoanalysen (u. a. Exilenova+ auf Telegram) und lokale Quellen berichtet, handelte es sich bei der getroffenen Maschine um das Exemplar mit der Registrierungsnummer RA-86879. Das war einer von nur zwei jemals gebauten Prototypen. Der erste (1A) wurde bereits 1989 bei einem Brand auf der Basis Tschkalowski schwer beschädigt und später verschrottet. Das nun getroffene Flugzeug (1A2) stand Militarnyi zufolge seit längerer Zeit auf dem Flugfeld in Taganrog, wurde aber im Rahmen sporadischer Reaktivierungsversuche des russischen Militärs immer wieder gewartet und modernisiert.

Obwohl das Programm seine Wurzeln tief in der Sowjetunion hat, gab es Berichte über eine Wiederaufnahme der Tests ab 2009 und erneut um 2016. Ziel war es, die Technologie für moderne Anti-Satelliten-Operationen zu adaptieren. Technisch vergleichbar ist das Projekt mit dem US-amerikanischen YAL-1 Airborne Laser Testbed, einer modifizierten Boeing 747, deren Programm jedoch 2011 aus Kostengründen eingestellt wurde. Ein operativer Einsatz der A-60 als kinetisches Waffensystem galt daher unter westlichen Experten als unwahrscheinlich. Dennoch stellt der Verlust des Flugzeugs einen Rückschlag für die russische Forschung dar, da die A-60 eine einzigartige Plattform für Realtests bot.

Folgen für A-50 und A-100

Neben der A-60 deutet vieles darauf hin, dass bei dem Angriff mit Drohnen und Neptun-Marschflugkörpern weitere kritische Infrastruktur getroffen wurde. Analysten vermuten, dass auch ein Testträger für das neue A-100-Frühwarnflugzeug (AWACS) beschädigt worden sein könnte. Das Berijew-Werk ist der zentrale Knotenpunkt für die Wartung und Modernisierung der strategischen A-50 Aufklärer sowie der Tu-95MSM Bomber. Verzögerungen beim A-100-Programm, das die in die Jahre gekommenen A-50 ablösen soll, könnten durch Schäden an den wenigen verfügbaren Prototypen weiter verschärft werden.

Haltet ihr Hochenergielaser auf Flugzeugen für eine realistische Zukunftstechnologie oder sind solche Projekte technisch eine Sackgasse? Wir sind gespannt auf eure fachliche Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Ukrainischer Angriff zerstört seltenes sowjetisches Laserflugzeug A-60
  • Modifizierte Il-76 diente als Testplattform für Hochenergiewaffen
  • Einzigartige Technik mit 2,1-Megawatt-Turbogeneratoren und Spezialradar
  • Nur zwei Prototypen wurden je gebaut, einer bereits 1989 zerstört
  • Russland versuchte sporadisch seit 2009 das Projekt zu reaktivieren
  • Bei Angriff auf Berijew-Werk vermutlich weitere Militärtechnik beschädigt
  • A-100-Frühwarnflugzeug-Programm könnte durch den Angriff verzögert werden

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