1-Billion-$-Gehalt für Musk:
Tesla-Investoren gehen auf die Barrikaden

Tesla-Chef Elon Musk soll ein Gehaltspaket in Höhe von einer Billion Dollar erhalten - das größte in der Unternehmensgeschichte. Doch eine Koalition aus Investoren und Staatsvertretern ruft Anteilseigner jetzt dazu auf, gegen den Vorschlag zu stimmen.
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Investoren formieren Widerstand

Schon in der Vergangenheit hatten die Gehaltspakete von Tesla-CEO Elon Musk für Aufsehen gesorgt. Anfang 2024 kassierte ein Gericht etwa ein Aktienpaket in Höhe von 56 Milliarden Dollar, das an Musk gehen sollte. Tesla ließ jedoch neu abstimmen und so wurden das Paket letztlich doch genehmigt.

Jetzt stehen Tesla-Aktionäre erneut vor einer kontroversen Abstimmung. Denn der Unternehmensvorstand will CEO Elon Musk jetzt ein Gehaltspaket in einer absurden Höhe von rund einer Billion Dollar gewähren. Es wäre das größte Vergütungspaket, das jemals einem CEO angeboten wurde. Eine Gruppe von Tesla-Investoren, darunter die SOC Investment Group und Staatsschatzmeister aus Nevada, New Mexico und Connecticut, fordert jetzt jedoch andere Anteilseigner auf, gegen das vorgeschlagene Gehaltspaket bei der Hauptversammlung im November zu stimmen.


Vorwürfe an Vorstand

Die Kritiker werfen dem Tesla-Vorstand vor, wiederholt darin versagt zu haben, die unabhängige Aufsicht und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten, die Aktionäre von einem börsennotierten Unternehmen erwarten. Die Direktoren müssten die Verantwortung für zahlreiche Fehler übernehmen, die zu Markenschäden, außergewöhnlicher Aktienvolatilität, rechtlichen Risiken und fehlender Aufsicht beigetragen haben.

Laut Forbes argumentieren Investoren und Staatsbeamte, dass das Paket unter anderem keine Beschränkungen dafür vorsieht, wo und wie Musk seine Zeit verbringt oder eine Mindestanzahl von Stunden pro Woche für Tesla-Geschäfte verlangt. Diese Kritik ist besonders brisant, da Musk gleichzeitig mehrere Unternehmen führt, darunter SpaceX, X, Neuralink und xAI.

Hohe Summen, hohe Hürden

Das Gesamtpaket hat einen Wert von etwa 975 Milliarden Dollar basierend auf der maximalen Auszahlung und besteht aus zwölf Tranchen von Aktien, die gewährt werden sollen, wenn Tesla bestimmte Meilensteine über das nächste Jahrzehnt erreicht. Um die erste Auszeichnung zu erhalten, müssten Musk und Tesla ihre aktuelle Marktkapitalisierung fast verdoppeln, um zwei Billionen Dollar zu erreichen. Der finale Maßstab liegt bei einer Marktkapitalisierung von 8,5 Billionen Dollar - ein Wert, der Teslas aktuellen Börsenwert um das Achtfache übersteigen würde.

Die operativen Meilensteine für 2025 CEO Performance Award sind ebenso ambitioniert: 20 Millionen ausgelieferte Tesla-Fahrzeuge, zehn Millionen aktive FSD-Abonnements, eine Million ausgelieferte Roboter und eine Million Robotaxis. Zum Vergleich: Tesla lieferte 2023 etwa 1,8 Millionen Fahrzeuge aus.

Tesla verteidigt umstrittenes Paket

Tesla antwortete auf den Aktionärsbrief über X, dass der leistungsbasierte Plan Musks Vergütung mit "Billionen von Dollar" der Aktionärswertschöpfung in Einklang bringe und fügte hinzu: "Wenn Elon Musk keine Ergebnisse liefert, erhält er nichts." Das Unternehmen betont, dass das Paket vollständig leistungsabhängig sei und nur bei Erreichen außergewöhnlicher Unternehmensziele ausgezahlt werde.

Die Kontroverse um Musks Vergütung spiegelt auch breitere Bedenken über Corporate Governance bei Tesla wider. Kritiker bemängeln seit Jahren die enge Verflechtung zwischen Musk und dem Vorstand, zu dem etwa auch sein Bruder Kimbal gehört, sowie fehlende unabhängige Aufsicht. Die SOC Investment Group, die den Widerstand anführt, verwaltet Pensionsfonds mit einem Gesamtvermögen von über 250 Milliarden Dollar und hat bereits in der Vergangenheit Corporate-Governance-Reformen bei verschiedenen Unternehmen vorangetrieben.

Was meint ihr zu diesem beispiellosen Gehaltspaket? Sollten Aktionäre dagegen stimmen, oder sind die ambitionierten Ziele eine angemessene Grundlage für die Rekordvergütung?

Zusammenfassung
  • Investorenkoalition fordert Ablehnung von Musks Billion-Dollar-Vergütung
  • Vorwurf: Tesla-Vorstand versagt bei unabhängiger Aufsicht und Kontrolle
  • Gehaltspaket knüpft keine Bedingungen an Musks Zeiteinsatz für Tesla
  • Zwölf Aktien-Tranchen werden bei Erreichen von Meilensteinen ausgezahlt
  • Marktkapitalisierung müsste auf 8,5 Billionen Dollar verachtfacht werden
  • Tesla verteidigt Plan als vollständig leistungsabhängig ohne Garantiezahlung
  • Kritiker bemängeln enge Verflechtung zwischen Musk und dem Vorstand

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