1:1-System geplant: Trump will Chipindustrie per Keule auf Linie bringen

Die US-Regierung unter Trump bereitet offenbar einen drastischen Eingriff in die weltweite Chipfertigung vor. Chipfertiger sollen ent­weder die gleiche Zahl von Chips in den USA bauen, wie sie aktuell importiert werden - oder sich auf heftige Strafzölle einstellen.
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Intel / WinFuture

Chipfertiger sollen in USA bauen oder zahlen

Laut einem Bericht des Wall Street Journal will die Trump-Regierung mit einem "1:1-System" dafür sorgen, dass Chiphersteller ihre Produktion in den USA ausbauen. Für jeden aus dem Ausland in die USA importierten Chip sollen die Hersteller künftig einen Chip in einem Werk in den Vereinigten Staaten produzieren müssen. Wer das 1:1-Verhältnis dabei nicht einhält, muss Strafzölle zahlen, so das Konzept.

Der Ansatz sei von US-Handelsminister Howard Lutnick bereits gegenüber Vertretern der Halbleiterindustrie präsentiert worden, wobei Lutnick klarstellte, dass dieser aus Sicht der US-Regierung notwendig werden könnte, um die "wirtschaftliche Sicherheit" der USA zu gewährleisten. Die USA dürften nicht von Importen von Halbleiterprodukten aus dem Ausland abhängig sein, die für "nationale und wirtschaftliche Sicherheit" des Landes essenziell seien, wird ein Sprecher des Weißen Hauses vom WSJ zitiert.

Wafer-Produktion bei TSMC (Quelle: TSMC)Wafer-Produktion bei TSMC (Quelle: TSMC)Wafer-Produktion bei TSMC (Quelle: TSMC)Wafer-Produktion bei TSMC (Quelle: TSMC)
Wafer-Produktion bei TSMC (Quelle: TSMC)Wafer-Produktion bei TSMC (Quelle: TSMC)Wafer-Produktion bei TSMC (Quelle: TSMC)Wafer-Produktion bei TSMC (Quelle: TSMC)

Lutnick verweist auf 'wirtschaftliche Sicherheit' der USA

Der Plan von Handelsminister Lutnick sieht offenbar vor, dass ein Chipfertiger sich verpflichten muss, gewisse Mengen von Chips in den USA zu produzieren, woraufhin das jeweilige Unternehmen dann sozusagen einen bestimmten Freibetrag erhält. In diesem Umfang kann der jeweilige Hersteller dann Chips aus dem Ausland in die USA importieren, bis die Produktionskapazitäten vor Ort entsprechend ausgebaut wurden.


Ist das Kontingent einmal erschöpft, sollen die Chiphersteller für alle darüber hinaus in die USA eingeführten Produkte aus dem Ausland Strafzölle zahlen, heißt es. Mit den neuen Maßnahmen will die Trump-Regierung offensichtlich den Druck auf die internationalen Chipfertiger und deren Kunden erhöhen, was den Ausbau der Produktionskapazitäten in den USA angeht.

Neben Intel betreiben auch Samsung und TSMC bereits Werke in den USA oder bauen ihre Kapazitäten seit einiger Zeit mit Investitionen in Milliardenhöhe weiter aus. Die frühere AMD-Fertigungssparte Global Foundries profitiert schon jetzt vom Druck der US-Regierung auf die Chipfertiger.

Der Aktienkurs des im Bundesstaat New York ansässigen Vertragsfertigers legte nach Bekanntwerden der neuen Pläne der Regierung kräftig zu, weil die Firma umfangreiche Fertigungskapazitäten in den USA hat und plant, ihre Kapazitäten in den Bundesstaaten New York und Vermont mit großem Aufwand auszubauen. Noch ist unklar, wann die neuen Vorgaben für Chip-Importe offiziell angekündigt werden sollen.

Zusammenfassung
  • Trump-Regierung plant 1:1-System für Chipfertiger zur US-Produktion
  • Hersteller müssen für jeden importierten Chip einen in den USA fertigen
  • Bei Nichteinhaltung des 1:1-Verhältnisses drohen empfindliche Strafzölle
  • Handelsminister Lutnick sieht Maßnahme als Schutz der wirtschaftlichen Sicherheit
  • Freibeträge für Importe werden nach zugesagter US-Produktion gewährt
  • Intel, Samsung und TSMC bauen bereits Werke mit Milliardensummen in den USA
  • Global Foundries profitiert durch bestehende US-Fertigungskapazitäten

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