Highspeed-Helikopter: Chinesen klauen US-Design des S-97 Raider

China testet erstmals einen Compound-Hubschrauber mit koaxialen Rotoren und Druckpropeller - ein direkter Klon des amerikanischen Sikorsky S-97 Raider. Das Fluggerät zeigt Pekings Interesse an Hochgeschwindigkeitstechnologien für Militärhubschrauber.
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Weibo

Chinesischer Raider-Klon hebt ab

China hat zum ersten Mal einen Compound-Hubschrauber getestet, der dem amerikanischen Sikorsky S-97 Raider verblüffend ähnelt. Die Aufnahmen des unbekannten Fluggeräts tauchten am 21. August auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo auf, sollen aber bereits im April entstanden sein.

Der chinesische Hubschrauber weist dieselbe Konfiguration wie das US-amerikanische Vorbild auf: zwei koaxiale, gegenläufige Hauptrotoren mit jeweils vier Blättern und einen Druckpropeller im Heck. Auch die kaulquappenförmige Rumpfform und das Fahrwerk entsprechen weitgehend dem S-97 Raider. Lediglich die Heckflosse unterscheidet sich im Design. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall - China hat in der Vergangenheit bereits mehrfach westliche Luftfahrttechnologien adaptiert, vom Harbin Z-20 Hubschrauber (Vorbild: Sikorsky H-60 Black Hawk) bis zur FH-97 Drohne (Kopie von Kratos XQ-58A Valkyrie).

Wie The Warzone berichtet, ermöglichen die starren, gegenläufigen Rotoren und der Druckpropeller Geschwindigkeiten von über 200 Knoten (rund 370 km/h) - deutlich mehr, als herkömmliche Hubschrauber schaffen.

Technologie mit jahrzehntelanger Entwicklung

Die X2-Technologie von Sikorsky basiert auf dem sogenannten Advancing Blade Concept, das bereits in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Sikorskys erste Versuche mit dem S-69 in den 1970ern erreichten zwar Geschwindigkeiten über 260 Knoten, scheiterten jedoch an übermäßigem Treibstoffverbrauch und Vibrationen. Diese Probleme wurden erst mit dem X2-Demonstrator 2010 weitgehend gelöst.

Das Auftauchen des chinesischen Compound-Hubschraubers folgt nur drei Tage nach Bildern von Chinas erstem bemanntem Kipprotor-Flugzeug. Experten sehen darin Parallelen zum amerikanischen Future Vertical Lift-Programm, bei dem ebenfalls verschiedene Technologien konkurrierten. Während das amerikanische FARA-Programm 2024 eingestellt wurde, verfolgt China offenbar weiterhin beide Technologieansätze.

Der Compound-Hubschrauber soll möglicherweise von der Chengdu Aircraft Industry Group entwickelt worden sein, während das Kipprotor-Flugzeug aus dem Hause Hafei Aviation Industry stammt. Für China könnten solche Hochgeschwindigkeitshubschrauber besonders im Südchinesischen Meer von Interesse sein, wo große Distanzen zu entlegenen Inselstützpunkten überbrückt werden müssen. Die höheren Geschwindigkeiten und Reichweiten würden sowohl militärische als auch zivile Transportmissionen erheblich verbessern.

Was haltet ihr von Chinas neuesten Hubschrauber-Entwicklungen? Teilt eure Einschätzungen zu den technologischen und strategischen Auswirkungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • China testet Compound-Hubschrauber, der dem US-Modell Sikorsky S-97 Raider ähnelt
  • Das Fluggerät verfügt über koaxiale Rotoren und einen Druckpropeller im Heck
  • Die Konstruktion ermöglicht Geschwindigkeiten von über 379 km/h statt üblicher Limits
  • Es handelt sich um einen weiteren Fall chinesischer Adaption westlicher Luftfahrttechnik
  • Der Test erfolgte kurz nach Enthüllung von Chinas erstem bemannten Kipprotor-Flugzeug
  • Die Hochgeschwindigkeitstechnologie könnte besonders im Südchinesischen Meer nützlich sein
  • Während die USA ähnliche Programme einstellten, verfolgt China beide Technologieansätze

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