Wasserstoff-Helikopter: Prototyp absolviert seinen ersten Rundflug

Ein wasserstoffelektrischer Hubschrauber hat erfolgreich seinen ersten kompletten Rundflug gemeistert. Der aktuelle Prototyp nutzt allerdings noch gasförmigen Wasserstoff, was die maximale Reichweite aufgrund riesiger Tanks stark einschränkt.
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Unither Bioélectronique

Erster Wasserstoff-Flugzyklus

Bereits Anfang April 2026 absolvierte der Testpilot Ric Webb auf dem Roland-Désourdy-Flughafen im kanadischen Québec den weltweit ersten vollständigen Flugzyklus mit einem wasserstoffelektrischen Hubschrauber. Das Unternehmen Unither Bioélectronique testete dabei einen modifizierten Robinson R44. Der Erstflug umfasste alle wichtigen Phasen wie den Start, den anschließenden Steigflug, eine komplette Platzrunde sowie den finalen Anflug und die sichere Landung.

Ziel des sogenannten Project Proticity ist der Aufbau eines emissionsfreien Logistiknetzwerks. Das Tochterunternehmen von United Therapeutics plant, mit der Technologie künftig künstlich hergestellte Organalternativen schnell und klimaneutral zu transportieren. Bisherige Tests beschränkten sich auf reines Schweben. Der erfolgreiche Rundflug stellt daher einen wichtigen Schritt für die Praxistauglichkeit von senkrecht startenden und landenden Fluggeräten dar. Sie werden als VTOL-Luftfahrzeuge bezeichnet.

Erster erfolgreicher Rundflug des Wasserstoff-Helikopters

Brennstoffzelle trifft auf Lithium-Akku

Der konventionelle Verbrennungsmotor des Hubschraubers wurde komplett durch einen elektrischen Antriebsstrang ersetzt. Wie die Branchenvereinigung Canadian Advanced Air Mobility schreibt, nutzt das neu entwickelte System zwei PEM-Brennstoffzellen. Das Akronym steht für Proton Exchange Membrane. Die Technologie wandelt lokal produzierten, grünen Wasserstoff und Sauerstoff direkt in elektrische Energie um.

Um einen stabilen Flug zu gewährleisten, ist zusätzlich ein Lithium-Ionen-Akku verbaut. Das Speichermedium fängt Leistungsspitzen ab, die besonders beim Start oder bei steilen Flugmanövern entstehen. Wasserstoff bietet für Luftfahrzeuge deutliche Vorteile gegenüber reinen Batterieantrieben. Brennstoffzellen erreichen derzeit hohe Leistungsdichten von rund 2900 Watt pro Kilogramm, während aktuelle Lithium-Akkus lediglich etwa 400 Watt pro Kilogramm liefern.

Flüssiger Wasserstoff als neues Ziel

Ein Nachteil des aktuellen Prototyps ist allerdings die Nutzung von komprimiertem, gasförmigem Wasserstoff. Das Konzept schränkt in seiner aktuellen Form die maximale Reichweite aufgrund des benötigten großen Tankvolumens stark ein. Für längere Strecken von bis zu 460 Kilometern planen die beteiligten Ingenieure daher den zukünftigen Umstieg auf flüssigen Wasserstoff. Das Antriebssystem soll zudem auf das deutlich größere Hubschraubermodell Robinson R66 skaliert werden.

Bevor ein regulärer Betrieb möglich ist, müssen die zuständigen Luftfahrtbehörden jedoch neue Zulassungsstandards für Hochspannungssysteme und Hochdruck-Wasserstofftanks definieren. Aktuell finden die Testflüge noch unter experimentellen Genehmigungen in strikt kontrollierten Umgebungen statt. Sollten die regulatorischen Anforderungen erfüllt werden, könnte das System neben dem medizinischen Sektor auch im Katastrophenschutz oder in der regionalen Logistik zum Einsatz kommen.

Wie seht ihr die Zukunft der Luftfahrt? Glaubt ihr, dass Wasserstoff den reinen Elektroantrieb bei Hubschraubern verdrängen wird? Teilt eure Gedanken gerne mit uns in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Der Pilot Ric Webb flog in Quebec erstmals einen Wasserstoff-Helikopter
  • Unither Bioélectronique plant damit den klimaneutralen Transport von Organen
  • Zwei PEM-Brennstoffzellen wandeln grünen Wasserstoff direkt in Strom um
  • Ein Lithium-Ionen-Akku unterstützt das System bei nötigen Leistungsspitzen
  • Zukünftig soll flüssiger Wasserstoff eine Reichweite von 460 Kilometern bieten
  • Behörden müssen noch neue Standards für Tanks und Hochspannung definieren

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