Gaza-Protest: Microsoft-Mitarbeiter besetzen Hauptquartier in Redmond

Eine aktive Gruppe von Microsoft-Mitarbeitern hat jüngst versucht, einen Platz auf dem Campus des Microsoft-Hauptquartiers in Red­mond zu besetzen. Sie wollen gegen die Verwendung von Cloud-Diensten des Konzerns durch das israelische Militär protestieren.
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Protestcamp im östlichen Bereich des Microsoft-Campus

Die Gruppe "No Azure for Apartheid", welche aus aktuellen und früheren Mitarbeitern von Microsoft besteht, hat gestern für einen begrenzten Zeitraum einen Teil des Geländes am Hauptsitz des Unternehmens in Redmond im US-Bundesstaat Washington besetzt. Es handelt sich um einen Protest gegen Verträge, die das israelische Militär mit dem Softwarekonzern geschlossen hat.

Die Gruppe kritisiert unter anderem die Verwendung von Technologien des Unternehmens für die Überwachung und Tötung von Palästinensern in Gaza durch das israelische Militär. In den letzten Wochen wurde unter anderem bekannt, dass eine Spionageeinheit aus Israel gigantische Datenmengen aus aufgezeichneten Telefonaten zwischen Palästinensern auf Servern von Microsofts Cloud-Plattform Azure speichert.


Die Demonstranten auf dem Microsoft-Campus errichteten nach Angaben des Magazins GeekWire ein Protestcamp auf eine zentralen Platz des östlichen Bereichs des Geländes. Das Camp wurde als "Befreite Zone" bezeichnet, wobei vor einem großen Microsoft-Schild unter anderem Zelte und ein "Verhandlungstisch" aufgestellt wurde. Außerdem wurden Schilder gezeigt, die Microsofts Management aufforderten, Gespräche mit den Protestierenden zu führen.

Unter anderem errichteten die Demonstranten auch ein Zelt, das sie als "Anas-Al-Sharif-Pressezelt" bezeichneten - benannt nach einem palästinensischen Journalisten des Nachrichtensenders Al-Jazeera, der von Israel in der letzten Woche gezielt getötet wurde. Microsoft hat sich zu der Protestaktion bisher nicht geäußert. Das Unternehmen kündigte in der letzten Woche eine Untersuchung der Vorwürfe wegen der Verwendung seiner Server zur Speicherung von Überwachungsdaten durch Israel an.

Das Protest-Camp auf dem Microsoft-Gelände wurde gestern nach kurzer Zeit wieder abgebaut, nachdem die Polizei vor Redmond den Demonstranten erklärt hatte, dass sie wegen Landfriedensbruchs auf privatem Gelände verhaftet werden würden. Daraufhin verlagerten die Teilnehmer der Protestaktion ihre Aktivitäten auf einen Bürgersteig im öffentlichen Straßenland.

Zusammenfassung
  • Microsoft-Mitarbeiter besetzten kurzzeitig den Campus in Redmond als Protest
  • Gruppe 'No Azure for Apartheid' protestiert gegen Verträge mit Israels Militär
  • Kritik an der Speicherung palästinensischer Überwachungsdaten auf Azure-Servern
  • Protestcamp mit Zelten und Verhandlungstisch wurde als 'Befreite Zone' deklariert
  • Nach Androhung von Verhaftungen durch die Polizei wurde der Protest verlegt
  • Microsoft kündigte eine Untersuchung der Vorwürfe bezüglich Datenspeicherung an
  • Ein Pressezelt wurde nach dem getöteten Al-Jazeera-Journalisten Al-Sharif benannt

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