Trump fordert den Rücktritt des Intel-CEO, schickt Aktie auf Talfahrt

US-Präsident Trump fordert den Rücktritt von Intel-Chef Lip-Bu Tan und wirft ihm einen "starken Interessenkonflikt" vor. Hintergrund sind mutmaßliche Verbindungen zu chinesischen Militäreinrichtungen über sein früheres Unternehmen Cadence.
Logo, Intel, Büro, Krise, Technologieunternehmen, Geschäftsmann, Frustration, Stress, Markenidentität, Firmenlogo, Verzweiflung, Herausforderungen, Kopf in Händen, Unternehmensprobleme, Geschäftswelt, Beleuchtetes Logo

Trump attackiert Intel-Chef wegen China-Verbindungen

Der Halbleiterhersteller und auch eine US-amerikanische Chip-Institution hat ohnehin schon massive Probleme, da kommt nun Donald Trump daher: Der hat nämlich nun den Rücktritt von Intel-CEO Lip-Bu Tan gefordert, der erst im März 2025 das Amt übernommen hatte. In einem Truth-Social-Posting bezeichnete Trump den Unternehmenschef als "stark befangen" und forderte dessen sofortigen Rücktritt. Intel-Aktien fielen daraufhin im vorbörslichen Handel um über drei Prozent.

Der republikanische Senator Tom Cotton hatte zuvor Intel-Verwaltungsratschef Frank Yeary aufgefordert, Fragen zu Tans Verbindungen nach China zu beantworten. Laut CNBC hatte Tan zwischen März 2012 und Dezember 2024 mindestens 200 Millionen Dollar in hunderte chinesische Fertigungs- und Chip-Unternehmen investiert.

Cadence-Skandal belastet Intel-Chef

Cotton äußerte spezielle Bedenken bezüglich Tans Verbindungen zu Cadence Design Systems, einem Technologieunternehmen, das er über ein Jahrzehnt geleitet hatte. Das Unternehmen bekannte sich im Juli schuldig, Exportkontrollen verletzt zu haben, indem es Hardware und Software an Chinas National University of Defense Technology verkaufte - eine Militäruniversität, die seit 2015 auf der US-Sanktionsliste steht.


Die Universität steht unter der Führung der Zentralen Militärkommission Chinas und soll US-Komponenten für Supercomputer nutzen, die für nukleare Simulationen und militärische Aktivitäten verwendet werden. Cadence zahlte über 140 Millionen Dollar Strafe. Die Exportkontrollverletzungen ereigneten sich während Tans Amtszeit als CEO, was die Kritik an seiner Person verstärkte.

Von Malaysia zum Silicon Valley

Der 1959 in Malaysia geborene Tan stammt aus einer chinesischstämmigen Familie - sein Vater war Chefredakteur einer chinesischsprachigen Tageszeitung, seine Mutter Lehrerin. Nach seinem Physikstudium in Singapur studierte er Nukleartechnik am MIT, wechselte aber nach dem Reaktorunfall von Three Mile Island 1979 zur Universität von San Francisco, wo er einen MBA erwarb.

1987 gründete Tan die Risikokapitalfirma Walden International, benannt nach Henry David Thoreaus Buch. Das Unternehmen ließ er von 20 Millionen auf zwei Milliarden Dollar wachsen. Seine Investitionsstrategie konzentrierte sich stark auf asiatische Märkte, insbesondere China.


Erfolgreiche Cadence-Transformation

2008 wurde Tan Interim-Co-CEO von Cadence Design Systems und übernahm im Januar 2009 vollständig die Führung. Unter seiner Leitung verdoppelte das Unternehmen seinen Umsatz und erzielte eine Aktienkurssteigerung von über 3200 Prozent. Cadence entwickelte sich unter Tan zu einem der führenden Anbieter von Electronic Design Automation-Software, die für die Entwicklung von Halbleitern und elektronischen Systemen verwendet wird.

2021 trat er als CEO zurück und wurde Executive Chairman, bevor er 2023 auch diese Position aufgab. Während seiner Cadence-Zeit baute Tan systematisch Geschäftsbeziehungen zu chinesischen Unternehmen auf, was heute im Fokus der Kritik steht.

Der einstige weltgrößte Chiphersteller Intel hat seit Anfang 2020 etwa 70 Prozent seines Wertes verloren und ist seit Tans Ernennung weitgehend stagniert. Das Unternehmen kämpft mit dem Verlust der Technologieführerschaft an Konkurrenten wie TSMC und Nvidia sowie mit Produktionsproblemen bei fortschrittlichen Prozessoren.

Intel erklärte, man werde die Angelegenheiten in Cottons Brief mit dem Senator besprechen, äußerte sich aber bislang nicht zu den Vorwürfen sowie Rücktrittforderungen des US-Präsidenten.

Was meint ihr zu Trumps Forderung nach Tans Rücktritt? Sind die China-Verbindungen ein legitimer Grund zur Sorge oder politisches Theater?

Zusammenfassung
  • Trump fordert Rücktritt des Intel-CEO Lip-Bu Tan wegen China-Verbindungen
  • Intel-Aktie fällt nach Trumps Äußerungen im vorbörslichen Handel um 3 Prozent
  • Tan soll durch früheres Unternehmen Cadence Verbindungen zu Chinas Militär haben
  • Cadence zahlte 140 Millionen Dollar Strafe für Verstöße gegen US-Exportkontrollen
  • Tan investierte bis Dezember 2024 etwa 200 Millionen Dollar in chinesische Firmen
  • Intel kämpft bereits mit Wertverlust und hat Technologieführerschaft eingebüßt

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Intels Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!