Intel gesteht Fehler ein, rudert zurück:
Hyperthreading vor Comeback
Intel macht eine überraschende Kehrtwende: Nachdem der Chip-Gigant Hyperthreading mit den Core Ultra 200-Prozessoren erst kürzlich abgeschafft hatte, will CEO Lip-Bu Tan die Technologie nun wieder einführen. Ohne sei man momentan nicht wettbewerbsfähig.
Gleichzeitig möchte man die eigenen Produkte verbessern. Dazu vollzieht Intel jetzt eine überraschende Kehrtwende. Denn nachdem das Unternehmen seine Hyperthreading-Technologie (HTT) erst kürzlich in Rente geschickt hatte, soll HTT nun wieder eingeführt werden - zumindest im Server-Bereich. Ohne sei man momentan einfach nicht wettbewerbsfähig, so Tan. Die Ankündigung erfolgte während der Verkündung der Quartalsergebnisse.
Die Technologie ermöglicht es jedem physischen Prozessorkern, zwei Threads gleichzeitig zu verarbeiten. Für jeden physisch vorhandenen Kern adressiert das Betriebssystem zwei virtuelle Kerne und teilt die Arbeitslast zwischen ihnen auf. Intel bewirbt bis zu 30 Prozent Leistungsverbesserung im Vergleich zu einem ansonsten identischen Prozessor ohne die Technologie.
Bei der Vorstellung von Lunar Lake im Jahr 2024 hatte Intel noch argumentiert, dass die Entfernung von Hyperthreading zur Maximierung der PPA (Performance Per Area) diene. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die Nachteile die Vorteile überwogen.
Die ersten CPUs mit der wiederkehrenden Technologie könnten dann die Xeon 8 "Coral Rapids" sein. Ob auch Desktop-CPUs künftig wieder mit Hyperthreading ausgestattet werden, bleibt aber offen. Konkrete Aussagen zu entsprechenden Plänen für "Nova Lake" machte Tan keine. Die aktuellen Core Ultra 200-Prozessoren "Arrow Lake" verzichten komplett auf die Technologie - sowohl bei den Performance- als auch bei den Effizienz-Kernen.
Was haltet ihr von Intels Kehrtwende? Und würdet ihr euch eine Rückkehr von Hyperthreading auch für das Consumer-Segment der Laptop- und Desktop-CPUs wünschen?
Siehe auch:
Intel rudert bei Hyperthreading zurück
Unter seinem neuen CEO Lip-Bu Tan versucht Intel alles, um sich aus der Krise, in der der Konzern seit einiger Zeit steckt, wieder herauszukämpfen. So wird man etwa bis Ende 2025 über 30.000 Jobs streichen. Zudem dampft der Chip-Riese sein Portfolio deutlich ein und wird in Zukunft keine Produkte anbieten, bei denen die Gewinnmarge unter 50% liegt. Die Chips für Autos sind dem aktuellen Sparkurs bereits zum Opfer gefallen.Gleichzeitig möchte man die eigenen Produkte verbessern. Dazu vollzieht Intel jetzt eine überraschende Kehrtwende. Denn nachdem das Unternehmen seine Hyperthreading-Technologie (HTT) erst kürzlich in Rente geschickt hatte, soll HTT nun wieder eingeführt werden - zumindest im Server-Bereich. Ohne sei man momentan einfach nicht wettbewerbsfähig, so Tan. Die Ankündigung erfolgte während der Verkündung der Quartalsergebnisse.
Mit dem Verzicht auf HTT haben wir uns einen Wettbewerbsnachteil eingehandelt. Die Rückkehr zu HTT wird uns helfen, die Leistungsunterschiede zu verringern.Laut Intel ist das Unternehmen bei den Server-CPUs zuletzt auf einen Marktanteil von 55 Prozent abgestürzt. Diese Entwicklung dürfte maßgeblich zur strategischen Neuausrichtung beigetragen haben. Die Konkurrenz von AMD mit ihren Ryzen- und Epyc-Prozessoren hatte Intel zuletzt stark unter Druck gesetzt.
Hyperthreading als Leistungs-Boost
Die Geschichte von Intels Hyperthreading ist geprägt von Höhen und Tiefen. Ursprünglich führte Intel die Technologie 2002 mit dem Pentium 4 HT ein, ließ sie dann aber wieder fallen. Mit der Einführung des Core-i-Namensschemas im Jahr 2009 kehrte Hyperthreading zurück und wurde bis vor Kurzem in sämtlichen High-End-Modellen eingesetzt.Die Technologie ermöglicht es jedem physischen Prozessorkern, zwei Threads gleichzeitig zu verarbeiten. Für jeden physisch vorhandenen Kern adressiert das Betriebssystem zwei virtuelle Kerne und teilt die Arbeitslast zwischen ihnen auf. Intel bewirbt bis zu 30 Prozent Leistungsverbesserung im Vergleich zu einem ansonsten identischen Prozessor ohne die Technologie.
Begründung für den ursprünglichen Verzicht
Die Entscheidung zur Rückkehr zu HTT stellt eine vergleichsweise rasante Kehrtwende dar, da Hyperthreading erst mit den hybriden Core-Ultra-Prozessoren der ersten und zweiten Generation entfernt wurde. Dazu zählen die Architekturen Meteor Lake, Arrow Lake und Lunar Lake, die alle ohne die Technologie auskommen mussten und zum Großteil nicht überzeugten.Bei der Vorstellung von Lunar Lake im Jahr 2024 hatte Intel noch argumentiert, dass die Entfernung von Hyperthreading zur Maximierung der PPA (Performance Per Area) diene. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die Nachteile die Vorteile überwogen.
Zeitplan für die Rückkehr noch unklar
Die Umsetzung des Vorhabens wird Zeit benötigen, da sich Hyperthreading nicht einfach in bereits weit vorangeschrittene CPU-Designs implementieren lässt. Die kommenden Server-Prozessoren der siebten Generation, die Xeon 7 "Diamond Rapids", werden daher wahrscheinlich noch ohne Hyperthreading auskommen müssen.Die ersten CPUs mit der wiederkehrenden Technologie könnten dann die Xeon 8 "Coral Rapids" sein. Ob auch Desktop-CPUs künftig wieder mit Hyperthreading ausgestattet werden, bleibt aber offen. Konkrete Aussagen zu entsprechenden Plänen für "Nova Lake" machte Tan keine. Die aktuellen Core Ultra 200-Prozessoren "Arrow Lake" verzichten komplett auf die Technologie - sowohl bei den Performance- als auch bei den Effizienz-Kernen.
Was haltet ihr von Intels Kehrtwende? Und würdet ihr euch eine Rückkehr von Hyperthreading auch für das Consumer-Segment der Laptop- und Desktop-CPUs wünschen?
Zusammenfassung
- Intel führt Hyperthreading nach kurzer Abschaffung wieder ein
- CEO Lip-Bu Tan: Ohne HTT ist man im Server-Bereich nicht konkurrenzfähig
- Intels Marktanteil bei Server-CPUs auf 55 Prozent gesunken
- Hyperthreading erlaubt zwei Threads pro Kern mit bis zu 30 Prozent Leistungsplus
- Xeon 8 'Coral Rapids' könnten erste CPUs mit wiederbelebtem HTT werden
- Wiederkehr von HTT bei Desktop-CPUs wie 'Nova Lake' bleibt unklar
Siehe auch:
- Intel streicht bis Ende 2025 über 30.000 Jobs, kein deutsches Werk
- Intel vs. AMD & Nvidia: Neue Arc-GPU mit 16 GB VRAM kommt wohl doch
- Sparkurs trifft Clear Linux OS: Intel zieht nach 10 Jahren den Stecker
- Arrow Lake Refresh kommt: Intel gibt gefloppte CPUs noch nicht auf
- Nova Lake: Intel plant angeblich massiven CPU-Boost gegen AMD-Chips
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