Drei Ubisoft-Manager wegen Belästigung & Machtmissbrauch verurteilt
Drei frühere Führungskräfte des französischen Spielekonzerns Ubisoft sind von einem Gericht zu Haftstrafen verurteilt worden. Hintergrund sei eine systematische Kultur von sexueller und psychischer Belästigung am Arbeitsplatz, hieß es im Urteil.
Laut Zeugenaussagen fesselte François eine Mitarbeiterin mit Klebeband an einen Stuhl, schob sie in einen Aufzug und drückte einen Knopf - offenbar zum Spaß. Eine andere Frau berichtete, er habe sie in einem Rock gezwungen, Handstände zu machen. Bei einer Firmenfeier 2015 versuchte er zudem, eine Kollegin gegen deren Willen zu küssen, während andere sie festhielten. François verteidigte sich vor Gericht mit den Worten: "Es herrschte eine Kultur des Herumalberns - ich wollte niemandem schaden."
Auch Serge Hascoët, 59, früherer Kreativchef und langjähriger Stellvertreter des Ubisoft-Gründers, wurde schuldig gesprochen - wegen psychischer Belästigung und Beihilfe zu sexueller Belästigung. Für seine Vergehen erhielt er eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten und eine Geldstrafe von 45.000 Euro. Hascoët fiel unter anderem dadurch auf, dass er Assistentinnen private Aufgaben aufzwang und eine junge Frau mit einem benutzten Taschentuch verhöhnte. Er selbst erklärte vor Gericht, von dem Fehlverhalten nichts zu wissen.
Die Staatsanwaltschaft sieht in dem Verfahren einen Wendepunkt für die Machtstrukturen in der Spieleindustrie. Sie betonte, die Branche müsse sich mit tief verwurzeltem Sexismus und Machtmissbrauch auseinandersetzen.
Siehe auch:
Haftstrafen auf Bewährung ausgesetzt
In dem Verfahren ging es um die Zustände bei dem Unternehmen zwischen 2012 und 2020. Der Fall gilt als das erste größere Verfahren der #MeToo-Bewegung in der Gaming-Branche. Im Mittelpunkt stand unter anderem Thomas François, 52, ehemals Verantwortlicher für redaktionelle Inhalte bei Ubisoft. Das Gericht sprach ihn wegen sexueller Belästigung, psychischer Gewalt und versuchter sexueller Nötigung schuldig. Er erhielt eine dreijährige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro.Laut Zeugenaussagen fesselte François eine Mitarbeiterin mit Klebeband an einen Stuhl, schob sie in einen Aufzug und drückte einen Knopf - offenbar zum Spaß. Eine andere Frau berichtete, er habe sie in einem Rock gezwungen, Handstände zu machen. Bei einer Firmenfeier 2015 versuchte er zudem, eine Kollegin gegen deren Willen zu küssen, während andere sie festhielten. François verteidigte sich vor Gericht mit den Worten: "Es herrschte eine Kultur des Herumalberns - ich wollte niemandem schaden."
Auch Serge Hascoët, 59, früherer Kreativchef und langjähriger Stellvertreter des Ubisoft-Gründers, wurde schuldig gesprochen - wegen psychischer Belästigung und Beihilfe zu sexueller Belästigung. Für seine Vergehen erhielt er eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten und eine Geldstrafe von 45.000 Euro. Hascoët fiel unter anderem dadurch auf, dass er Assistentinnen private Aufgaben aufzwang und eine junge Frau mit einem benutzten Taschentuch verhöhnte. Er selbst erklärte vor Gericht, von dem Fehlverhalten nichts zu wissen.
Ein Wendepunkt
Guillaume Patrux, 41, ehemaliger Game Director, wurde wegen psychischer Belästigung zu einem Jahr auf Bewährung und einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Er hatte unter anderem Gewalt angedeutet, Mitarbeiter eingeschüchtert und einem Kollegen den Bart angezündet. Patrux wies die Vorwürfe zurück.Die Staatsanwaltschaft sieht in dem Verfahren einen Wendepunkt für die Machtstrukturen in der Spieleindustrie. Sie betonte, die Branche müsse sich mit tief verwurzeltem Sexismus und Machtmissbrauch auseinandersetzen.
Zusammenfassung
- Drei Ex-Manager von Ubisoft wurden wegen Belästigung am Arbeitsplatz verurteilt
- Erster #MeToo-Prozess in der Gaming-Branche betraf Vergehen von 2012 bis 2020
- Thomas François erhielt drei Jahre auf Bewährung und 30.000 Euro Geldstrafe
- Ex-Kreativchef Hascoët bekam 18 Monate auf Bewährung und 45.000 Euro Strafe
- Guillaume Patrux wurde zu einem Jahr auf Bewährung und 10.000 Euro verurteilt
- Staatsanwaltschaft sieht Wendepunkt für Machtstrukturen in der Spieleindustrie
- Alle drei Manager wiesen die Vorwürfe zurück oder verharmlosten ihr Verhalten
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