Ubisoft im Krisenmodus: Release der größten neuen Spiele verschoben

Ubisoft will seinen wichtigsten Marken mehr Entwicklungszeit geben und verschiebt mehrere Spiele nach hinten. Damit soll die Qualität verbessert werden. Kann der angeschlagene Publisher mit dieser Strategie das verlorene Vertrauen der Gamer zurückgewinnen?
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Ubisoft gibt Großprojekten mehr Zeit zur Entwicklung

Ubisoft steckt in einer tiefen finanziellen Krise. Große Spielhoffnungen wie Star Wars Outlaws konnten Gamer zuletzt kaum begeistern, sodass das Unternehmen sogar die niedrigen Steam-Spielerzahlen verbergen wollte. Auch der Free-to-Play-Shooter XDefiant lief so schlecht, dass er nach nur sieben Monaten komplett eingestellt wurde. Lediglich mit Assassin's Creed Shadows konnten die Franzosen einen soliden Erfolg verbuchen, obwohl das Spiel kurz vor Release komplett geleakt wurde. Dennoch strukturierte man die Firma zuletzt um, und lagerte die Top-Marken aus. Nun zieht der französische Spieleentwickler zudem noch weitere Konsequenzen.

In seinem jüngsten Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2024 (PDF) kündigte das Unternehmen an, mehrere seiner größten Spielprojekte zu verschieben, um deren Qualität zu verbessern. Wie es heißt, hat der Publisher diese Entscheidung nach einer gründlichen Überprüfung seines Produktportfolios getroffen. Ziel sei es, den wichtigsten Produktionen zusätzliche Entwicklungszeit zu gewähren und so "die besten Voraussetzungen für ihren Erfolg zu schaffen".


Die Verschiebungen bedeuten, dass die Geschäftsjahre 2026-2027 und 2027-2028 ein signifikantes Wachstum gegenüber 2025-2026 verzeichnen sollen, basierend auf starken Inhalten der größten Marken des Unternehmens.

Assassin's Creed Shadows als Vorbild

Laut Ubisoft hat sich diese Strategie bereits bei Assassin's Creed Shadows bewährt. Das Spiel war ursprünglich für November 2024 geplant, wurde aber zunächst auf Februar 2025 und schließlich auf den 20. März 2025 verschoben, um dem Entwicklerteam mehr Zeit für die Verfeinerung zu geben. Diese zusätzliche Entwicklungszeit hat sich aus Sicht der Verantwortlichen ausgezahlt.

Nach Angaben von Ubisoft sind von den Verschiebungen einige der "größten Produktionen" des Unternehmens betroffen. Um welche Spiele es genau geht, verrät man aber nicht. Es handelt sich vermutlich aber um Titel aus den wichtigsten Marken des Publishers. Dazu gehören das bereits erwähnte Assassin's Creed, aber auch Far Cry, Rainbow Six und The Division.

Insider-Berichten zufolge soll unter anderem die nächste Folge der Far-Cry-Reihe betroffen sein, die intern auf Ende 2026 verschoben wurde. Vermutlich zählen auch das Splinter Cell Remake (Codename "North") und das nächste Ghost Recon-Spiel (Codename "Ovr") zu den verschobenen Projekten.

Neben den großen Titeln arbeitet Ubisoft noch an mehreren kleineren Projekten rund um seine Hauptmarken. Dazu gehören unter anderem die zwei Assassin's Creed-Spiele "Invictus" und ein Remake von Black Flag unter dem Codenamen "Obsidian". Außerdem ist ein weiteres Projekt für Rainbow Six mit dem Codenamen "Slice and Dice" in Entwicklung.


Finanzielle Herausforderungen und Umstrukturierung

Wie eingangs erwähnt hatte Ubisoft 2024 mehrere Spiele veröffentlicht, die schlechter als erwartet abschnitten und deren Spielerzahlen nach dem Launch schnell zurückgingen. Dazu gehörten Avatar: Frontiers of Pandora, Skull and Bones und die bereits angesprochenen Titel XDefiant und Star Wars Outlaws. Diese Misserfolge ließen den Aktienkurs des Unternehmens auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahrzehnt fallen.

Die finanziellen Schwierigkeiten führten zu umfangreichen Sparmaßnahmen. Im Januar 2025 schloss Ubisoft das Studio in Leamington und verkleinerte mehrere andere Studios, was zu Entlassungen von bis zu 185 Mitarbeitern führte. Bereits im Dezember 2024 hatte das Unternehmen die Schließung seiner Studios in San Francisco und Osaka sowie den Abbau der Produktion in Sydney angekündigt. Das Unternehmen gab an, dass es in der kommenden Geschäftsperiode 2025/2026 mehr als 200 Millionen Euro an festen Kosten im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022/2023 einsparen werde.

Strategie für mehr Qualität

Die neue Strategie, Spiele nach hinten zu verschieben, ist darauf ausgerichtet, die Qualität zu verbessern. Man möchte wohl keine 'unfertigen' Produkte mehr auf den Markt bringen, wie es in der Vergangenheit häufiger der Fall war. Damit nimmt man zwar kurzfristig niedrigere Einnahmen in Kauf, könnte aber auf lange Sicht das mittlerweile verloren gegangene Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.

Was haltet ihr von Ubisofts Entscheidung, mehr Zeit in die Entwicklung zu investieren? Glaubt ihr, dass dieser Schritt dem Unternehmen helfen wird, aus der Krise zu kommen, oder ist der Zug für Ubisoft bereits abgefahren? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Ubisoft verschiebt Spieleproduktionen für bessere Qualität und Erfolg
  • Finanzielle Krise durch Flops wie Star Wars Outlaws und XDefiant
  • Assassin's Creed Shadows als positives Beispiel für Verschiebungsstrategie
  • Far Cry, Splinter Cell und Ghost Recon vermutlich unter verschobenen Titeln
  • Umsetzung von Sparmaßnahmen mit Studioschließungen und Entlassungen
  • Strategie zielt auf Wiedergewinnung des verlorenen Kundenvertrauens
  • Langfristiger Erfolg statt kurzfristiger Gewinne durch bessere Spielqualität

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