Gesetz gegen nichtexistierende Gefahr:
Louisiana verbietet "Chemtrails"
In Louisiana hat das Repräsentantenhaus ein Gesetz gegen sogenannte "Chemtrails" verabschiedet. Der wissenschaftlich mehrfach widerlegte Verschwörungsmythos behauptet, dass Flugzeuge gezielt Chemikalien versprühen, um das Wetter zu beeinflussen.
Die republikanische Abgeordnete Kimberly Landry Coates verteidigte den Entwurf mit der Behauptung, Flugzeuge würden weiße Streifen am Himmel hinterlassen, die Wolken erzeugen und Wettermuster beeinflussen. "Dieses Gesetz soll verhindern, dass Chemikalien über uns in der Luft sind, speziell zur Wetterveränderung", erklärte Coates während der Debatte im Parlament. Während der Diskussion behauptete sie außerdem, die US-amerikanische Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA würde Chemikalien in die Wolken schicken, um Sonnenlicht zu reflektieren und die Erdoberfläche abzukühlen.
Wie Newsweek berichtet, widerspricht die NOAA selbst dieser Darstellung und betont, dass sie keine Wetterveränderungsexperimente durchführt und auch keine Pläne dafür hat. Die Behörde stellt klar, dass es sich bei den weißen Streifen am Himmel um gewöhnliche Kondensstreifen handelt. Diese entstehen, wenn heiße Flugzeugabgase auf kalte atmosphärische Bedingungen treffen - ähnlich wie sichtbarer Atem an einem kalten Tag. Die Bildung und Dauer der Kondensstreifen hängen von Luftfeuchtigkeit und Temperatur ab.
Eine Forschungsgruppe der Universität Harvard aus dem Bereich der Klimawissenschaften hat alle Annahmen der Chemtrail-Behauptungen überprüft und keinerlei Beweise für deren Existenz gefunden. 2016 veröffentlichte der Aerologe Ken Caldeira gemeinsam mit Kollegen eine Umfrage unter führenden Atmosphärenwissenschaftlern und Geochemikern. Bei dieser ersten Expertenbegutachtung mit Peer-Review zum Thema gaben 76 von 77 befragten Wissenschaftlern an, bei ihren Forschungen auf keinerlei Indizien für eine derartige Manipulation der Atmosphäre gestoßen zu sein.
Der Chemtrail-Verschwörungsmythos entstand in den 1990er Jahren und verbreitete sich zunächst über Internetforen und später über soziale Medien. Ursprünglich basierte er auf der Beobachtung, dass manche Kondensstreifen länger am Himmel sichtbar bleiben als andere. Verschwörungserzähler interpretierten das als Beweis für eine geheime Agenda, obwohl die unterschiedliche Persistenz der Streifen durch natürliche atmosphärische Bedingungen erklärbar ist.
Besonders besorgniserregend für Wissenschaftler ist, dass die Verschwörungstheorie inzwischen Unterstützung von hochrangigen Regierungsvertretern erhält. US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat die Theorie öffentlich unterstützt und erklärt, dass er Maßnahmen gegen "Geoengineering unseres Klimas durch das Besprühen unserer Bürger, unserer Gewässer und Landschaften mit Giftstoffen" unterstütze. "Wir werden dieses Verbrechen stoppen", schrieb Kennedy Jr. auf X.
Das Louisiana-Gesetz, das nun noch vom Senat von Louisiana verabschiedet werden muss, enthält einen Zusatz, der die staatliche Umweltschutzbehörde verpflichtet, angebliche Chemtrail-Sichtungen und Beschwerden von Bürgern zu dokumentieren und diese Daten an die Louisiana Air National Guard weiterzuleiten. Strafen für Verstöße wurden aus dem Gesetzentwurf entfernt.
Geoengineering umfasst tatsächlich existierende Forschungsansätze zur Bekämpfung des Klimawandels, wie etwa die theoretische Möglichkeit, Partikel in die Stratosphäre zu injizieren, um Sonnenlicht zu reflektieren.
Was haltet ihr von diesem Gesetz? Ist es sinnvoll, gegen ein wissenschaftlich nicht nachgewiesenes Phänomen Gesetze zu erlassen, oder seht ihr darin eher ein politisches Statement? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
Spinner sind immer öfter die Gewinner
Das Repräsentantenhaus von Louisiana hat ein Gesetz verabschiedet, das sogenannte "Chemtrails" verbieten soll - obwohl diese laut wissenschaftlichem Konsens gar nicht existieren. Mit 58 zu 32 Stimmen stimmten die Abgeordneten für den Gesetzentwurf SB46, der das absichtliche Verbreiten von Chemikalien in der Atmosphäre zur Wetterbeeinflussung untersagen soll. Die Entscheidung zeigt, wie tief verwurzelt die vielfach widerlegte Verschwörungserzählung inzwischen in der amerikanischen Politik ist.Die republikanische Abgeordnete Kimberly Landry Coates verteidigte den Entwurf mit der Behauptung, Flugzeuge würden weiße Streifen am Himmel hinterlassen, die Wolken erzeugen und Wettermuster beeinflussen. "Dieses Gesetz soll verhindern, dass Chemikalien über uns in der Luft sind, speziell zur Wetterveränderung", erklärte Coates während der Debatte im Parlament. Während der Diskussion behauptete sie außerdem, die US-amerikanische Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA würde Chemikalien in die Wolken schicken, um Sonnenlicht zu reflektieren und die Erdoberfläche abzukühlen.
Wie Newsweek berichtet, widerspricht die NOAA selbst dieser Darstellung und betont, dass sie keine Wetterveränderungsexperimente durchführt und auch keine Pläne dafür hat. Die Behörde stellt klar, dass es sich bei den weißen Streifen am Himmel um gewöhnliche Kondensstreifen handelt. Diese entstehen, wenn heiße Flugzeugabgase auf kalte atmosphärische Bedingungen treffen - ähnlich wie sichtbarer Atem an einem kalten Tag. Die Bildung und Dauer der Kondensstreifen hängen von Luftfeuchtigkeit und Temperatur ab.
Wissenschaft widerlegt Chemtrail-Mythos
Die Verschwörungserzählung behauptet, dass die weißen Kondensstreifen von Flugzeugen in Wirklichkeit gezielt versprühte Chemikalien seien. Je nach Version der "Theorie" sollen diese Chemikalien das Wetter manipulieren, die Bevölkerung kontrollieren oder sogar vergiften. Wissenschaftler haben diese Behauptungen jedoch wiederholt als haltlos zurückgewiesen.Eine Forschungsgruppe der Universität Harvard aus dem Bereich der Klimawissenschaften hat alle Annahmen der Chemtrail-Behauptungen überprüft und keinerlei Beweise für deren Existenz gefunden. 2016 veröffentlichte der Aerologe Ken Caldeira gemeinsam mit Kollegen eine Umfrage unter führenden Atmosphärenwissenschaftlern und Geochemikern. Bei dieser ersten Expertenbegutachtung mit Peer-Review zum Thema gaben 76 von 77 befragten Wissenschaftlern an, bei ihren Forschungen auf keinerlei Indizien für eine derartige Manipulation der Atmosphäre gestoßen zu sein.
Der Chemtrail-Verschwörungsmythos entstand in den 1990er Jahren und verbreitete sich zunächst über Internetforen und später über soziale Medien. Ursprünglich basierte er auf der Beobachtung, dass manche Kondensstreifen länger am Himmel sichtbar bleiben als andere. Verschwörungserzähler interpretierten das als Beweis für eine geheime Agenda, obwohl die unterschiedliche Persistenz der Streifen durch natürliche atmosphärische Bedingungen erklärbar ist.
Politische Unterstützung wächst
Louisiana ist nicht der einzige Staat, in dem solche Gesetze vorangetrieben werden. Bereits im vergangenen Jahr hat Tennessee ein ähnliches Gesetz verabschiedet, das die Freisetzung von Chemikalien in der Atmosphäre verbietet. Auch in Florida und Alabama werden ähnliche Gesetzesentwürfe diskutiert.Besonders besorgniserregend für Wissenschaftler ist, dass die Verschwörungstheorie inzwischen Unterstützung von hochrangigen Regierungsvertretern erhält. US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat die Theorie öffentlich unterstützt und erklärt, dass er Maßnahmen gegen "Geoengineering unseres Klimas durch das Besprühen unserer Bürger, unserer Gewässer und Landschaften mit Giftstoffen" unterstütze. "Wir werden dieses Verbrechen stoppen", schrieb Kennedy Jr. auf X.
Das Louisiana-Gesetz, das nun noch vom Senat von Louisiana verabschiedet werden muss, enthält einen Zusatz, der die staatliche Umweltschutzbehörde verpflichtet, angebliche Chemtrail-Sichtungen und Beschwerden von Bürgern zu dokumentieren und diese Daten an die Louisiana Air National Guard weiterzuleiten. Strafen für Verstöße wurden aus dem Gesetzentwurf entfernt.
Gefahr für Klimaforschung
Kritiker warnen, dass solche Gesetze tatsächliche wissenschaftliche Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels behindern könnten. Die Vermischung von Geoengineering-Forschung mit der Chemtrail-Verschwörungstheorie könnte die wissenschaftliche Arbeit zu möglichen Klimaschutzmaßnahmen erschweren.Geoengineering umfasst tatsächlich existierende Forschungsansätze zur Bekämpfung des Klimawandels, wie etwa die theoretische Möglichkeit, Partikel in die Stratosphäre zu injizieren, um Sonnenlicht zu reflektieren.
Was haltet ihr von diesem Gesetz? Ist es sinnvoll, gegen ein wissenschaftlich nicht nachgewiesenes Phänomen Gesetze zu erlassen, oder seht ihr darin eher ein politisches Statement? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Louisiana verabschiedet Gesetz gegen 'Chemtrails' trotz fehlender Beweise
- Verschwörungstheorie behauptet absichtliches Versprühen von Chemikalien
- Wissenschaftler widerlegen Chemtrail-Theorie - es handelt sich um normale Kondensstreifen
- 76 von 77 befragten Atmosphärenwissenschaftlern fanden keine Beweise für die Theorie
- Auch Tennessee hat ähnliches Gesetz erlassen, weitere US-Bundesstaaten könnten folgen
- US-Gesundheitsminister Kennedy Jr. unterstützt öffentlich die Verschwörungstheorie
- Kritiker befürchten Behinderung wissenschaftlicher Klimaschutzforschung durch solche Gesetze
Siehe auch:
- Forscher: "Sonnenschirm" an Asteroid fesseln gegen den Klimawandel
- Klimawandel bringt uns ganz neue Probleme mit dem Weltraumschrott
- Das "grüne" Apple unterstützt Gruppen, die Klimawandel leugnen
- Google und YouTube drehen Klimawandel-Leugnern den Geldhahn zu
- Amazon droht Mitarbeitern, die sich für den Klimawandel engagieren
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