Intel und SK Hynix könnten in den USA zusammen Speicher produzieren

Der südkoreanische Speicherhersteller SK Hynix soll in Gesprächen mit dem US-Chipgiganten Intel stecken, bei denen es um den Auf­bau einer Fertigung von High-End-Speicherchips in den Vereinigten Staaten geht. SK Hynix könnte angeblich ein Intel-Werk nutzen.
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SK Hynix

    SK Hynix und Intel in frühen Gesprächen

    Vor einigen Tagen kamen erstmals Gerüchte auf, wonach bald ein weiteres Großunternehmen in die Fertigung von Speicherprodukten einsteigen würde. Jetzt scheint sich dies indirekt zu bewahrheiten, denn laut Quellen aus dem Umfeld der beteiligten Firmen ist zu hören, dass es derzeit Gespräche über eine Kooperation zwischen SK Hynix und Intel geben soll.

    Dabei geht es laut einem Bericht der US-Nachrichtenagentur Reuters darum, dass SK Hynix den Aufbau von Fertigungsstrecken für Speicherchips in den USA anstreben soll und dafür mit Intel eng zusammenarbeitet. Es werde derzeit über eine Reihe verschiedener Ansätze gesprochen, heißt es.

    Mehrere Szenarien möglich

    Eines der Szenarien sieht vor, dass SK Hynix einen Teil der Flächen in einem neuen Intel-Werk im US-Bundesstaat Ohio anmieten könnte, um dort Speicherchips zu fertigen. Eine andere Option sei, eine Art gemeinsames Tochterunternehmen ins Leben zu rufen, an dem neben Intel und SK Hynix auch große amerikanische Cloud- und KI-Anbieter beteiligt sein könnten, die die fertigen Speicherchips dann in ihren Rechenzentren nutzen könnten.


    Noch sollen die Gespräche zwischen Intel und dem bei Flash- und Arbeitsspeicher führenden südkoreanischen Hersteller in einem frühen Stadium stecken. Man wolle aktuell vor allem die Möglichkeiten ausloten und es könne andere Arten der Kooperation geben, so drei von Reuters zitierte Quellen. Offen ist auch, welche Art von Speicher SK Hynix in Ohio fertigen könnte.

    SK Hynix prüft schon länger Investitionen in den USA

    SK Hynix hatte erst im Juli angedeutet, dass man durchaus Interesse am Aufbau von Fertigungskapazitäten in den USA hat, weil dort eine große Nachfrage besteht. Aktuell baut das Unternehmen nur an einem einzelnen Standort im US-Bundesstaat Indiana ein sogenanntes Packaging-Werk, in dem im Ausland produzierte Wafer zu fertigen Chips verarbeitet werden.

    Intel steht seit geraumer Zeit auch unter massivem Druck der US-Regierung, spätestens seitdem diese Anteile im Wert von 10 Milliarden Dollar (etwa 9 Milliarden Euro) an dem lange instabil wirkenden Konzern erworben hat. Damit SK Hynix tatsächlich in die Fertigung von Speicherchips in den Vereinigten Staaten investiert, braucht das Unternehmen allerdings die Zustimmung der koreanischen Regierung.

    Da Produkte wie DRAM- und NAND-Speicher allerdings zu den wichtigsten Erzeugnissen des Landes gehören, dürfte man in Seoul wohl nicht leicht dazu zu bewegen sein, den Plänen für den Aufbau einer Fertigung in den USA zuzustimmen. Gleichzeitig versucht die US-Regierung mit allerhand Drohungen Unternehmen zu Investitionen in den Vereinigten Staaten zu bewegen, primär mit der Einführung von teils enormen Abgaben bei der Einfuhr ihrer Produkte aus dem Ausland.

    Für Intel käme eine Nutzung von Teilen des neuen Standorts in Ohio äußerst gelegen. Der Konzern hatte die Pläne für den Bau von zwei großen Werken dort bereits 2022 verkündet und stellte damals Investitionen in Höhe von bis zu 100 Milliarden Dollar (etwa 86 Milliarden Euro) in Aussicht. Damit sollte ursprünglich die größte Chipfertigung der Welt entstehen, doch mittlerweile hat man das Vorhaben nicht nur verkleinert, sondern auch verschoben, wodurch die Fertigstellung erst 2030 bzw. 2031 geplant ist.

    Zusammenfassung
    • SK Hynix und Intel verhandeln über eine Speicherchip-Fertigung in den USA
    • Im Raum steht die Anmietung von Flächen in Intels neuem Werk in Ohio
    • Möglich ist auch ein Joint Venture mit Cloud- und KI-Unternehmen der USA
    • Die südkoreanische Regierung muss den Plänen für das Ausland zustimmen
    • Intel verkleinerte und verschob den Werksbau in Ohio bis circa 2030

    Siehe auch:


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