Leblose Sitcom: Erste reine KI-Serie erntet großen Spott und viel Kritik

Die KI-generierte YouTube-Serie No Big Deal verzichtet komplett auf menschliche Schauspieler. Zuschauer fällen jedoch ein vernichtendes Urteil über das Projekt. Die Komödie scheitert an leblosen Figuren und eklatanten Schnittfehlern.
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No Big Deal/YouTube

    Premiere ohne echte Schauspieler

    Vor einigen Tagen feierte die englischsprachige Serie No Big Deal auf YouTube ihre Premiere. Das von Andrew Dickinson geschriebene und vom britischen Studio ModeLabs produzierte Format ist von der Grundidee her eine typische Arbeitsplatz-Komödie. Das Besondere daran ist der gesamte Produktionsprozess. Sämtliche Bilder, Stimmen und Charakteranimationen der 25 Minuten langen Pilotfolge stammen vollständig aus dem Computer. Menschliche Darsteller oder reale Kulissen kommen bei dem Vorhaben nicht zum Einsatz.

    Die Handlung dreht sich um eine Gruppe von Investoren, die absurde Geschäftsideen bewerten müssen. Dickinson plante ursprünglich eine klassische Fernsehproduktion mit einem realen Ensemble. Da ihm der traditionelle Weg jedoch zu teuer und langsam erschien, griff er auf Künstliche Intelligenz zurück. Von Kritik wollen die Macher nichts hören: Das britische Studio verteidigt den Einsatz der Technologie vehement und vergleicht das Vorgehen mit Computer Generated Imagery (CGI), wie sie in modernen Kinofilmen zum Alltag gehört.

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    Kritik bemängelt fehlende Spannung

    Trotz der technischen Umsetzung fällt das Urteil von Zuschauern und Kritikern vernichtend aus. Wie etwa The Guardian schreibt, ist das Format vor allem eines: extrem langweilig. Die Charaktere wirken wie leblose Wachsfiguren, gleichzeitig erinnern die generierten Stimmen stark an monotone Navigationsgeräte ohne emotionale Betonung. Zudem mangelt es der Serie an grundlegender visueller Kontinuität und einer stimmigen Schnittfolge, urteilt die britische Tageszeitung.

    So verändern Figuren bei Kameraschnitten unmotiviert ihre Positionen im Raum, was den Zuschauer aus dem Geschehen reißt. Auch die Lippenbewegungen passen oft überhaupt nicht zu den gesprochenen Dialogen. Das größte Problem liegt jedoch im Drehbuch selbst. Weil der Autor den üblichen Entwicklungsprozess einer Fernsehserie umgangen hat, funktioniert die Struktur der Komödie nicht. Selbst mit echten Schauspielern wäre das Skript laut den Rezensenten kaum zu retten.

    Grenzen der heutigen Technologie

    Die Reaktionen auf YouTube spiegeln das negative Bild der Presse direkt wider. Während einige Nutzer den technischen Versuch anerkennen, überwiegen ablehnende und frustrierte Kommentare. Viele Zuschauer brechen das Video nach wenigen Minuten ab. Sie bezeichnen die künstlich erzeugte Atmosphäre als unangenehm.

    Die erhoffte Reichweite blieb in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung entsprechend gering - aktuell kommt die Folge mit dem Titel Loving Angles auf etwas mehr als 15.000 Abrufe, wobei nicht bekannt ist, wie viele diese zu Ende gesehen haben.

    Wie bewertet ihr den aktuellen Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei derartigen Serien? Schreibt uns eure Meinung zu dem Thema gerne in die Kommentare unter den Artikel!

    Zusammenfassung
    • Die britische Comedyserie No Big Deal wurde vollständig per KI generiert
    • Bilder Stimmen und Animationen der Pilotfolge stammen nur aus Computern
    • Der Schöpfer nutzte KI aus Kostengründen statt echter Schauspieler
    • Kritiker und Publikum bemängeln leblose Figuren sowie monotone Stimmen
    • Schnittfehler und asynchrone Lippenbewegungen stören das Seherlebnis stark
    • Auch das schwache Drehbuch der Serie wird von Rezensenten hart kritisiert

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